Strommasten in Deutschland: Eine kritische Warnung eines Netzbetreibers schürte Angst vor einem Blackout.
Strommasten in Deutschland: Eine kritische Warnung eines Netzbetreibers schürte Angst vor einem Blackout. dpa/Patrik Stollarz

Seit Monaten wird wegen der derzeitigen Energiekrise vor Engpässen in der Stromversorgung gewarnt. Nun ist es erstmals zu einer kritischen Warnung durch einen Netzbetreiber über eine App gekommen. TransnetBW warnte Stromkunden in Baden-Württemberg, ihren Stromverbrauch am Mittwochnachmittag deutlich zu reduzieren!

Verbraucher sollten vor der Notlage ihre Akkus laden und nicht notwendige elektrische Geräte von der Steckdose trennen. Besonders zwischen 14 und 15 Uhr zeigte eine App des Stromnetzbetreibers eine rote Warnmeldung mit einer angespannten Situation an. „Bitte hilf mit!“, forderte die App „StromGedacht“.

App zeigt erstmals kritische Warnmeldung zu Stromnetz an

Das Programm ist erst seit kurzem auf dem Markt, stand bisher immer auf Grün. Seit 0 Uhr jedoch habe es auf Gelb gewechselt. Zwischen 14 und 15 Uhr wurden die Nutzer dann mit der roten Phase aufgefordert, den Verbrauch zu reduzieren.

Schuld daran ist vor allem der schlechte Ausbau von Stromtrassen, heißt es in einem Artikel der Zeitung „Die Welt“. Denn eigentlich wurde am Nachmittag in Norddeutschland viel Windstrom produziert. Wegen nicht ausreichender Transportleitungen kommt der produzierte Strom aus dem Norden aber nur zum Teil in südlichen deutschen Bundesländer wie Baden-Württemberg an. 

Die App des Netzbetreibers TransnetBW forderte dazu auf, den Stromverbrauch in der Zeit zwischen 14 und 15 Uhr zu reduzieren.
Die App des Netzbetreibers TransnetBW forderte dazu auf, den Stromverbrauch in der Zeit zwischen 14 und 15 Uhr zu reduzieren. App Stromgedacht

Deshalb mussten 700 Megawatt aus dem Ausland eingekauft werden. Laut der „Welt“ wohl aus der Schweiz. Deshalb sei die Ampel in der App erstmals auf Rot gesprungen. Nach der kritischen Meldung wechselte die App wieder auf Grün. Auch bedankte sich der Netzbetreiber bei den Nutzern für Helfen: „Vielen Dank für deinen Beitrag“, hieß es in einer Meldung in der App. 

Auch wies der Betreiber hin, dass auch eine Ampelfarbe Rot nicht automatisch eine Stromabschaltung bedeuten würde. TransnetBW müsse so aber mehr tun, um „das Stromnetz stabil zu halten“.

App soll Verbraucher zum Sparen und zur Verlagerung der Nutzung anhalten

Die App soll ein Beitrag dazu sein. Durch sie sollen Verbraucher dazu angeregt werden, Strom zu sparen, wenn es in den Netzen eng wird und lieber zu nutzen, wenn es keine Engphasen gibt. Das würde nicht nur helfen, kritische Situationen zu vermeiden, sondern sei auch umweltfreundlich, heißt es.

Firmen wie 50Hertz, Amprion, TenneT oder TransnetBW sind für die Überlandleitungen zuständig, durch die der Strom mit Höchstspannung fließt - 150.000 Volt oder mehr. Die Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, ein „sicheres, zuverlässiges und leistungsfähiges Energieversorgungsnetz“ zu betreiben.