Wird es am Brandenburger Tor wieder eine traditionelle große Silvesterparty geben? dpa/Ralf Hirschberger

Funkelnde Raketen und laute Böller um Mitternacht – im vergangenen Jahr war das zum Jahreswechsel in Deutschland wegen der Corona-Pandemie deutlich weniger zu hören und zu bestaunen. Es durfte kein Feuerwerk der Kategorie F2 verkauft werden, also kein klassisches Silvesterfeuerwerk wie Raketen, Knaller oder Batterien.

Keine pauschalen Feuerwerksverbote?

Auf vielen belebten Straßen und Plätzen durfte zum Jahreswechsel 2020 kein Feuerwerk gezündet werden – welche Orte das waren, legten Städte und Gemeinden fest. Mitten im Winter-Lockdown galten zudem Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen.

Wird Silvester 2021/22 jetzt wieder bunter? Städte und Gemeinden hoffen auf einen Rutsch ins neue Jahr ohne allgemeines Feuerwerksverbot und stemmen sich gegen pauschale Verbote für Silvesterknallerei.

„Bis jetzt sehen wir keine politischen Bestrebungen, Feuerwerke in diesem Jahr allgemein einzuschränken, aber das hat natürlich auf Bundesebene auch mit den aktuellen Koalitionsverhandlungen zu tun“, erklärte Marc Elxnat vom Deutschen Städte- und Gemeindebund der Deutschen Presse-Agentur. „Vor Ort ist man nach unserer Beobachtung noch auf der Ebene der Diskussionen und schaut, wie sich die Lage entwickelt.“

Viele wünschen sich große Feier nach anderthalb Jahren Corona-Pandemie  

In Berlin war Pyrotechnik schon 2019 unter anderem am belebten Alexanderplatz verboten. Der Innensenator wollte damit Ausschreitungen verhindern. Wegen der Pandemie wurden 2020 auch an 54 weiteren Orten in der Hauptstadt Feuerwerke verboten. Ein Sprecher der Innenverwaltung sagte, Entscheidungen darüber, ob und welche Verbotszonen es in diesem Jahr gebe, seien noch nicht gefallen.

Nach anderthalb Jahren Pandemie sei bei vielen Menschen der Wunsch da, „mal wieder groß zu feiern“, ist die Beobachtung von Elxnat vom Städte- und Gemeindebund. „Ob es Verbote gibt, hängt auch von Initiativen vor Ort ab, die hier Alternativen bieten.“

Kommen Böller-Verkaufsverbote wie 2020?

Ein Verkaufsverbot wie 2020 sieht er nicht kommen: „Das Verkaufsverbot wurde ja mit der epidemischen Lage von nationaler Tragweite und einer möglichen Überlastung der Krankenhäuser gerechtfertigt. Sollte die ‚Notlage‘ am 25. November auslaufen, wie vom geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister zu hören ist, wäre das natürlich auch kein Argument mehr für ein Komplettverbot.“

Umweltschützer fordern bereits seit Jahren ein Böllerverbot. „Private Silvesterfeuerwerke und Böller sind gesundheitsschädlich und veraltet“, findet etwa Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe. Die Umweltorganisation setzt sich für eine rechtliche Neuerung ein, die es Kommunen ermöglichen soll, „erweiterte und das gesamte Stadtgebiet umfassende Sperrzonen für Pyrotechnik“ auszuweisen. An Neujahr 2020/2021 seien die Feinstaubwerte stark zurückgegangen, es habe zudem weniger Müll, Lärm und Verletzte gegeben.

Anderswo hat man schon Tatsachen geschaffen: In Amsterdam beispielsweise sind Böller und Raketen künftig tabu, die niederländische Hauptstadt will stattdessen an mehreren zentralen Orten Feuerwerkshows organisieren.