Friedrich Merz (CDU) bis 2004 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union im Deutschen Bundestag, Rechtsanwalt und Vositzender des Vereins Atlantik-Brücke. Foto: Imago/Jürgen Heinricht

Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz bewirbt sich im Hochsauerlandkreis in Nordrhein-Westfalen für eine Kandidatur für den Bundestag. Das teilte der 65-Jährige am Dienstagabend nach Angaben seines Sprechers in einem Brief an die Mitglieder der Kreisvorstände und Vorsitzenden der Ortsverbände der CDU mit. Am Montag war Merz von den Stadtverbänden Sundern und Arnsberg einstimmig als Kandidat für den Bundestagswahlkreis vorgeschlagen worden. Man habe dabei den vielfach aus der CDU geäußerten Wunsch berücksichtigt, dass Merz auch weiterhin eine wichtige Rolle in der Politik des Landes einnehmen solle, hieß es in einer Mitteilung der Stadtverbände. Am Dienstagabend beriet der CDU-Kreisvorstand über das Verfahren zur Aufstellung der Kandidaten.

Derzeit sitzt Patrick Sensburg als CDU-Abgeordneter für den Wahlkreis im Bundestag. Der Verwaltungsexperte und Präsident des Bundeswehr-Reservistenverbandes hielt auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur am Montagnachmittag an seiner im Januar erklärten Kandidatur fest. Ein dritter Bewerber der CDU für den Hochsauerlandkreis, Bernd Schulte, stellte laut Stadtverbandsmitteilung dagegen in Aussicht, eine Kandidatur von Merz zu unterstützen, wenn diese von einer breiten Basis in der Kreispartei getragen werde. Der Stadtverband Meschede hatte Schulte ins Rennen geschickt.

Zwei Mal hat er schon verloren

Bereits am Wochenende war bekanntgeworden, dass der im Januar im Kampf um den CDU-Parteivorsitz gegen Armin Laschet unterlegene Merz sich eine Kandidatur vorstellen kann. Der in Brilon geborene Jurist war von 2000 bis 2002 CDU/CSU-Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Bei der Bundestagswahl 2009 kandidierte Merz nicht mehr, kümmerte sich stattdessen um seine Anwaltskanzlei und ging in die Wirtschaft, etwa zum amerikanischen Vermögensverwalter Blackrock, wo er Aufsichtsratschef für Deutschland wurde. 2018 unterlag Merz in einer Stichwahl um den CDU-Parteivorsitz Annegret Kramp-Karrenbauer.

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