Bundesinnenministerin Nancy Faeser hat Ärger mit Jugendlichen. AFP/JOHN MACDOUGALL, Twitter

Peinliche Foto-Panne im Bundesinnenministerium. Die Behörde musste das Bild einer Besuchergruppe mit der Ministerin löschen. Einige Schüler hatten darauf extremistische Gesten gezeigt. Dabei ging es in dem Bildungsprojekt doch um Demokratie und unsere Verfassung...

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„Wir haben gestern 150 Jugendliche als Verfassungsschüler ausgezeichnet, weil sie an diesem Bildungsprojekt teilgenommen haben. Einige haben auf dem Abschlussfoto Gesten gezeigt, die völlig inakzeptabel sind. Das verurteilen wir scharf", schrieb das Ministerium auf Twitter.

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So bekam das Foto aber erst wirklich Aufmerksamkeit. Darauf zeigen einige Schüler deutlich sichtbar das „Rabia-Symbol“ der Muslimbruderschaft (vier ausgestreckte Finger und eingeklappter Daumen) und einen religiösen Gruß der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), den nach oben ausgestreckten Zeigefinger. Das Foto war bei einem Besuch im Bundesinnenministerium entstanden.

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Das Foto wurde vom Ministerium später gelöscht

Die Gesten waren den Mitarbeitern offenbar zunächst nicht aufgefallen. Auf dem Foto sind mehr als 150 Jugendliche zu sehen. Es wurde auf den Social-Media-Kanälen des Ministeriums verbreitetet. Später verschwand es dann.

Der Anlass des Termins gibt der Foto-Aufregung den besonderen Hintergrund. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen, hatten an einem von ihrem Ministerium mit 1,5 Millionen Euro finanzierten Projekt eines Bildungsträgers teilgenommen, der sich für Chancengleichheit in der politischen Bildung einsetzt. Thema waren also: Demokratie und Toleranz.

Demokratie und Toleranz: Botschaft nicht angekommen

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (51, SPD) hatte während des Besuchs ein entsprechendes Grußwort an die Schüler gerichtet. „Die Jugendlichen erfahren ganz praktisch, wie unsere Demokratie funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt, ihr Umfeld zu gestalten“, schrieb das Ministerium zunächst zu dem Projekt. Mit ihrem Verhalten beim Foto-Termin zeigten einige dann, dass die Botschaft nicht wirklich bei ihnen angekommen ist.

Dass das Bild aus dem Netz genommen wurde, erklärte das Ministerium ebenfalls bei Twitter: „Um die ganz überwiegende Zahl der Jugendlichen auf dem Foto zu schützen, die sich korrekt verhalten haben, haben wir das Foto jetzt gelöscht. Wir ziehen daraus Konsequenzen.“

Und weiter: „Wir werden mit dem Projektträger und den beteiligten Schulen zusammen den Jugendlichen, die diese Gesten gezeigt haben, die gestern verliehenen Urkunden entziehen. Sie haben allen anderen Jugendlichen und diesem wichtigen Bildungsprojekt geschadet.“