Immer wieder gerät der Astrazeneca-Wirkstoff in die Schlagzeilen. dpa/Robert Michael

Forscher der Universitätsmedizin Ulm haben in dem Impfstoff des Herstellers Astrazeneca Verunreinigungen durch Proteine entdeckt.

Ob die Wirksamkeit des Vakzins dadurch beeinflusst wird oder es einen Zusammenhang zu Impfreaktionen gibt, könne aber nicht beantwortet werden, betonten die Forscher in einer Mitteilung zu der bislang nur als Preprint veröffentlichten Studie. Das müsse in weiteren Untersuchungen geklärt werden.

Der Proteingehalt pro Impfdosis habe aber deutlich über der theoretisch zu erwartenden Menge gelegen. Gefunden wurden der Studie zufolge menschliche und virale Proteine, vor allem sogenannte Hitzeschock-Proteine. Insgesamt seien mehr als 1000 Proteine in den drei untersuchten Chargen festgestellt worden.

Haben Verunreinigungen Folgen für Geimpfte?

Negative Auswirkungen auf Geimpfte dürften die meisten davon nicht haben, sagte Studienleiter Stefan Kochanek: „Extrazelluläre Hitzeschock-Proteine sind jedoch bekannt dafür, dass sie angeborene und erworbene Immunantworten modulieren und bestehende Entzündungsreaktionen verstärken können. Sie wurden zudem auch schon mit Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht.“

Dosen reduziert – schlechte Nachrichten auch von Biontech

Am Vorabend hatte bereits der Impfstoff-Hersteller Biontech eine Hiobsbotschaft verkündet: In den ersten beiden Juni-Wochen wird demnach die zugesagte Liefermenge reduziert. 

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Auf die Lieferungen an die Impfzentren der Länder soll die Verschiebung laut Gesundheitsministerium keine Auswirkungen geben. Auch anstehende Zweitimpfungen in den Praxen seien gesichert. Bei Erstimpfungen könnte es allerdings Verzögerungen geben.

Biontech will die fehlenden Dosen in den beiden Wochen vom 21. Juni und vom 28. Juni zusätzlich nachliefern und damit insgesamt die Lieferzusage von 50,3 Millionen Dosen für das laufende Quartal einhalten.