Annalena Baerbock fordert, dass die Hilfen für Opfer von Extremwetter endlich auf sichere Füße gestellt werden müssen. dpa/Theo Titz

Auch in diesem Sommer wird Deutschland wieder von Extremwetter heimgesucht. Erst waren es Hitze und Dürre, nun sind es schwere Unwetter mit heftigen Stürmen und so starken Regenfällen, dass es zu Überschwemmungen kommt. Klima-Experten warnen schon lange: Mit dem Fortschreiten der Klimakrise werden diese Extrem-Phänomene zunehmen. Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat nun umfassende staatliche Entschädigungen für die Opfer von Wetter-Katastrophen gefordert.

Baerbock: Wer durch Wetterkatastrophen Hab und Gut verliert, soll entschädigt werden

In einem Interview mit der Funke-Mediengruppe regte sie einen „großen Klima-Anpassungsfonds auf Bundesebene“ an, „über den diejenigen, die durch wetterbedingte Katastrophen ihr Hab und Gut verloren haben, entschädigt werden“. Viele Menschen seien dagegen nicht versichert. Bisher läuft es bei Naturkatastrophen oft so, dass die Geschädigten auf staatliche Soforthilfen angewiesen sind, die auch immer von der Geberlaune der Bundes- und jeweiligen Landesregierungen abhängen.

„Wir erleben jetzt gerade in Deutschland Extremwetter-Ereignisse, aktuell die Überschwemmungen, letztes Jahr massive Waldbrände, in den Dürre-Jahren Ernteausfälle bei Landwirten“, sagte Baerbock.

In vielen Städten Deutschlands, wie hier in Mönchengladbach standen Straßen unter Wasser. dpa/Theo Titz

Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock will Klima-Vorsorgefonds

Sie schlug zudem einen „Klima-Vorsorgefonds“ für die Kommunen vor – etwa zum Umbau der Kanalisation. „Man sieht ja gerade, dass die Kanalisation an vielen Orten solchen Niederschlagsmengen nicht gewachsen ist“, sagte sie. Darüber hinaus sei eine bundesweite Hitze-Hotline notwendig, sagte die Grünen-Politikerin. Sie verwies darauf, dass bei extremer Hitze gerade ältere Menschen starke gesundheitliche Auswirkungen erlitten.

In den vergangenen Tagen wurden weite Teile Deutschlands immer wieder von Unwettern heimgesucht. Auch Berlin blieb davon nicht verschont. Mehrere Gebäude liefen nach heftigen Regenfällen voller Wasser, Bäume stürzen um und im Umland kam es sogar zu Erdrutschen. So sei auf der Autobahn 20 im Bereich Kreuz Uckermark am Morgen die Straßenböschung abgerutscht, teilten Behörden mit.

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Noch heftiger traf es in den vergangenen Tagen aber den Süden Deutschlands. Dort fiel an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen so viel Regen, dass Menschen in ihren Häusern und Autos eingeschlossen wurden und nur noch per Boot gerettet werden konnten.