Reise nach Australien

Flieger von Baerbock defekt – dramatische Notlandung in der Wüste

Beim Regierungsflieger von Annalena Baerbock fiel eine Landeklappe aus. Der Flieger musste 80 Tonnen Benzin ablassen und dann notlanden.

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Um notlanden zu können, mussten erst 80 Tonnen Flugbenzin abgelassen werden.
Um notlanden zu können, mussten erst 80 Tonnen Flugbenzin abgelassen werden.Sina Schuldt/dpa

Es waren dramatische Minuten an Bord des Airbus A340 von Außenministerin Annalena Baerbock! Eine kaputte Landeklappe zwang die Crew zur Notlandung in Abu Dhabi! Von dort war die Maschine erst Minuten vorher gestartet.

Zunächst hatte der Airbus der Flugbereitschaft nur einen Tankstopp in den Vereinigten Arabischen Emiraten gemacht. Eigentlich sollte es nach Australien zu einem offiziellen Besuch der Ministerin gehen. Doch kurz nach dem erneuten Abheben gab es den Schock!

Flugzeug muss wegen defekter Landeklappe notlanden

Eine Landeklappe ließ sich nicht mehr einfahren. Die Maschine musste umkehren. Ein Sprecher des Auswärtigen Amts hatte zuvor an Bord erklärt: „Wegen eines mechanischen Problems müssen wir aus Sicherheitsgründen nach Abu Dhabi zurückkehren.“

Doch zuvor mussten 80 von 110 Tonnen des in Abu Dhabi getankten Flugbenzins abgelassen werden. Der Airbus war für die lange Strecke nach Australien mit 110 Tonnen Kerosin betankt worden. Doch mit dem massiven Gewicht des Sprits und der defekten Landeklappe wäre das Flugzeug in Abu Dhabi wohl über die Landebahn hinausgeschossen. Immerhin: Das Flugzeug landete um 5.33 Uhr Ortszeit (3.33 Uhr MESZ) wieder sicher in Abu Dhabi.

Dort sollte geklärt werden, ob, wann und wie die Reise fortgesetzt werden kann. Das Flugzeug war nach einer Zwischenlandung zum Auftanken in Abu Dhabi um 3.33 Uhr Ortszeit wieder gestartet. Drei Minuten später wurde das Problem in der Luft bemerkt. Der Flug dauert also rund zwei Stunden, in denen an Bord die Nerven blank lagen.

Außenministerin Annalena Baerbock musste den Regierungsflieger wieder verlassen.
Außenministerin Annalena Baerbock musste den Regierungsflieger wieder verlassen.Florian Gaertner/Imago

Pilot: In 30 Jahren noch nicht erlebt

Nach der Landung begleitete die Flughafenfeuerwehr den Airbus. Der Flugkapitän sprach von einer normalen Landung, die für eine solche Situation im Simulator geübt werde. Er habe die Begleitung durch die Feuerwehr nicht beantragt.

Er sagte, er sei seit 35 Jahren Pilot und seit 30 Jahren bei der Flugbereitschaft. Ein solcher Fehler sei in der ganzen Zeit noch nicht aufgetreten. Demnach war eine der beiden hinteren Landeklappen defekt. Aus diesem Grund konnten diese nicht wie eigentlich notwendig symmetrisch eingefahren werden. Dies erhöhte den Kerosinverbrauch. Zudem konnten weder die Reiseflughöhe noch die normale Reisegeschwindigkeit erreicht werden.

Besatzung prüft den Schaden in Abu Dhabi

Am Boden sollte die Flugzeugbesatzung zunächst prüfen, ob der Schaden an der 23 Jahre alten Maschine mit Bordmitteln behoben werden kann oder ob Ersatzteile benötigt werden. Die Maschine selbst musste auch schon mal 2018 notlanden – damals noch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an Bord. 

Baerbock war am Sonntag zu einer einwöchigen Reise nach Australien, Neuseeland und Fidschi aufgebrochen. Ursprünglich wollte die Außenministerin am Dienstagabend von der australischen Hauptstadt Canberra nach Sydney weiterfliegen. Am Donnerstagmorgen Ortszeit war der Weiterflug nach Neuseeland geplant. Noch am Donnerstagabend sollte es nach Fidschi weitergehen. Als möglich gilt nun, dass Baerbock mit einem kleinen Teil ihrer Delegation per Linie weiterfliegt – wobei Linienflüge erst am Montagabend nach Australien starten würden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Außenministerin auf ihren Reisen aufgehalten wird. Erst Mitte Mai war Baerbock wegen eines Reifenschadens an ihrem Regierungsairbus in Doha im Wüsten-Emirat Katar gestrandet und musste ihre Reise in die Golfregion unfreiwillig verlängern. 

Baerbocks jüngster Flug nach Australien war ursprünglich mit der Schwestermaschine der früheren „Konrad Adenauer“ geplant, einer nahezu baugleichen A340-300. Diese war jedoch ebenfalls kaputt.

Flugzeugexperten gehen davon aus, dass die jüngste Panne des Regierungsflugzeugs am Alter der Maschine liegt. „Das ist ein alter Flieger, der vorher bei der Lufthansa schon eingesetzt wurde“, sagte Luftfahrt-Experte Gerald Wissel der Deutschen Presse-Agentur. Damit sei es „viel anfälliger für Fehler im Vergleich zu jüngeren Flugzeugen“.