Junge Eltern dürfen künftig 32 Wochenstunden arbeiten, während sie Elterngeld beziehen. dpa/Mascha Brichta

Flexiblere Elternzeit, ein erweiterter Dax und mehr Digitalisierung – im September gibt es in Deutschland einige Neuerungen.

Mehr Geld und Joberleichterungen für junge Eltern

Für alle Kinder, die ab dem 1. September geboren werden, und ihre Eltern gilt ein reformiertes Elterngeld. Junge Eltern dürfen dann 32 Wochenstunden arbeiten, während sie das Elterngeld beziehen. Bisher war die Arbeitszeit auf 30 Stunden begrenzt. Auch der Partnerschaftsbonus, der bisher nur mit 25 bis 30 Wochenstunden bezogen werden konnte, wird mit einer Arbeitszeit von 24 bis 32 Stunden künftig flexibler gestaltet. Andere Leistungen wie Kurzarbeitergeld oder Krankengeld werden künftig nicht mehr auf das Elterngeld angerechnet.

Auch die Eltern von Frühgeborenen erhalten ab September mehr Unterstützung: Abhängig davon, wie früh das Kind auf die Welt kommt, bekommen die Eltern bis zu vier Elterngeldmonate mehr. Ab einer um sechs Wochen verfrühten Geburt erhalten die Eltern einen Monat Basiselterngeld zusätzlich, ab acht Wochen sind es zwei Monate. Kommt das Kind zwölf oder 16 Wochen früher als geplant, erhalten die Eltern entsprechend drei oder vier Monate zusätzliches Elterngeld.

Elektronischer Personalausweis

Wer staatliche Leistungen beantragen möchte, muss sich an die Behörden wenden. Künftig soll dies durch die Smart-eID erleichtert werden. Ab September können sich Bürgerinnen und Bürger ihren digitalen Personalausweis auf dem Smartphone abspeichern und sich damit gegenüber dem Staat und privaten Partnern digital ausweisen.

Ist der elektronische Personalausweis mit einem Smartphone verbunden, reicht künftig das Gerät und die persönliche PIN, um beispielsweise polizeiliche Führungszeugnisse oder Bafög zu beantragen. Auch der Punktestand in Flensburg oder das eigene Konto bei der Rentenversicherung können eingesehen werden. Wichtig ist: Die Smart-eID ersetzt den klassischen Personalausweis nicht bei einer Personenkontrolle der Polizei – hier wird weiterhin das klassische Plastikkärtchen benötigt.

Arbeitslosmeldung wieder persönlich

Ab September entfällt die Möglichkeit bundesweit, sich auch telefonisch oder online arbeitslos zu melden. Eine Arbeitslosmeldung muss dann wieder persönlich in der Agentur für Arbeit erfolgen. Wer sich arbeitssuchend melden möchte, kann das auch nach dem 1. September online, schriftlich, persönlich oder telefonisch tun.

Ausbildungsstart: 30.000 offene Azubi-Stellen

Am 1. September starten wie immer viele junge Leute in einen neuen Ausbildungsberuf im Handwerk. Viele Betriebe suchen trotz Corona-Pandemie neue Auszubildende – zum Ausbildungsstart 2021 gibt es noch immer 30.000 unbesetzte Ausbildungsstellen.

Wahl-O-Mat startet

Noch unsicher, welche Partei man bei der Bundestagswahl am 26. September wählen soll? Abhilfe könnte der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung schaffen. Der startet am 02. September. Mit der App können Wahlberechtigte ihre politischen Haltungen anhand von verschiedenen Thesen überprüfen.

Corona-Arbeitsschutzverordnung läuft aus

Die aktuelle Fassung der Corona-Arbeitsschutzverordnung gilt noch bis einschließlich 10. September. Die Verordnung schreibt insbesondere Maßnahmen zur Kontaktreduzierung am Arbeitsplatz sowie die Bereitstellung von Masken und Corona-Tests durch die Arbeitgeber vor. Unklar ist noch, in welcher Form die Maßnahmen über den 10. September hinaus fortgesetzt werden.

Aktienleitindex Dax wird auf 40 Unternehmen erweitert

Der wichtigste deutsche Aktienindex Dax bekommt zehn neue Mitglieder. Ab dem 20. September werden in dem Index 40 Unternehmen gelistet. Außerdem gelten künftig strengere Qualitätsrichtlinien für die Aufnahme und eine vierteljährliche Berichtspflicht für die Dax-Unternehmen. Die Zusammensetzung des Index wird künftig außerdem zweimal jährlich überprüft, bisher fand nur eine Überprüfung pro Jahr statt. Die Deutsche Börse zieht mit den Neuerungen auch Lehren aus dem Wirecard-Skandal.

Neues Energielabel für Lampen

Für Leuchtmittel gilt ab September das neue EU-Energielabel, das auf einer Neuberechnung der Klasseneinteilungen von A bis G beruht. Für andere Geräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Bildschirme gilt das neue Label bereits seit März. Bis 2030 sollen alle Produktgruppen mit dem neuen Label gekennzeichnet werden.