Grillwürstchen sind oft günstig im Angebot – mit bösen Folgen fürs Klima. imago/Panthermedia

Ob Tofuwürstchen oder Sojaburger – für fleischfreien Grillgenuss gibt es viele Möglichkeiten. Oft muss man dafür aber tiefer in die Tasche greifen als für Nackensteak und Co. Das hat Folgen für die Umwelt, warnt die Umweltorganisation WWF.

Rabattierte Steaks oder Grillwürstchen vom Schwein stehen der Analyse des WWF zufolge mit einem Kilopreis von durchschnittlich 6,36 Euro in den Supermarkt-Regalen, bei rabattiertem Geflügelfleisch sind es 5,67 Euro pro Kilo. Tofuwurst und Sojaburger dagegen sind mit 13,79 Euro pro Kilo selbst im Angebot mehr als doppelt so teuer.

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Im Schnitt waren 85 Prozent des rabattierten Grillfleisches billiger als pflanzliche Alternativen. Außerdem werden Grillfleischprodukte fast 30 Mal häufiger beworben als Fleischersatzprodukte. Außerdem kommen die wenigsten Produkte aus höheren Haltungsformen. Nur zwei Prozent der Rabatt-Produkte wiesen laut WWF Bioqualität auf, bei vielen war die Herkunft gar nicht ausgewiesen.

Massentierhaltung schadet dem Klima

Tanja Dräger de Teran, Ernährungsreferentin beim WWF, kritisiert, dass die Massen an Billigfleisch zu Lasten der Umwelt gingen. Damit Fleisch so billig verkauft werden könne, müsse massenhaft Vieh gehalten und Futtermittel wie Soja etwa aus Südamerika importiert werden.

Das heize das Klima an und zerstöre wertvolle Lebensräume. „Mit Billigfleisch wird der Amazonas verramscht“, kritisiert sie. So würden etwa 96 Prozent der Soja-Anbaufläche für Tierfutter benötigt – und nur vier Prozent für pflanzliche Lebensmittel.

Ersatzprodukte durch Verarbeitungsschritte teurer

Generell wirken sich die Nutztierhaltung und der hohe Konsum tierischer Produkte in Deutschland negativ auf Umwelt und Klima aus, so die Umweltschützer weiter.

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Wieso aber ist Fleischersatz oft teurer als Fleisch? Antje Risius, die an der Universität Göttingen zu nachhaltigen Ernährungsstilen forscht, erklärt die markanten Preisunterschiede dadurch, dass Fleisch ein am Markt etabliertes Produkt, Ersatzprodukte aber noch „Newcomer“ seien. „Der Fleischmarkt hat einen unglaublichen Wettbewerbsvorteil, weil da die Strukturen schon etabliert sind. Da kann auf ganz anderem Niveau produziert werden, effizient und strukturell zu sehr günstigen Preisen.“

Ersatzprodukte hätten hohe Investitionskosten. Zudem seien sie häufig sehr stark verarbeitet – und die vielen zwischengeschalteten Verarbeitungsschritte seien ebenfalls teuer, sagt Risius.