Mit einem Tanzvideo sorgte FDP-Bundestagsabgeordnete Kristine Lütke für einen Twitter-Shitstorm Twitter/Screenshot

Die neue Bundesregierung hat viel vor: Im Rekordtempo sollen verstaubte Gesetze abgeschafft und neue beschlossen werden. Ein zentrales Vorhaben ist die Abschaffung des Paragrafen 219a im Strafgesetzbuch. Darin geht es um verbotene Werbung für Schwangerschaftsabbrüche. Darauf steht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren und empfindliche Geldstrafen. Betroffen sind allerdings auch Ärzte und Beratungsstellen, die über Möglichen und Risiken von Abtreibungen informieren. Aus diesem Grund hat die Koalition beschlossen, die Abschaffung des widersinnigen Gesetzes zur Abstimmung zu stellen.

Sehr engagiert in diesem Vorhaben ist die FDP-Bundestagsabgeordnete Kristine Lütke. Ihrer Begeisterung für die wohl kommende Abschaffung des Paragrafen 219a verlieh die bayerische Politikerin mit einem auf Twitter geposteten Tanzvideo Ausdruck. Mit Gettoblaster-Beschallung wird die Abstimmung im Bundestag gefeiert. Doch das Echo schallte auf Twitter mit Wucht zurück: Von der rechten Ecke wird die Abschaffung ohnehin abgelehnt, aber selbst aus der eigenen Partei kamen Einwände, ob das denn der richtige Ton für ein so sensibles Thema sei.

FDP-Abgeordnete Lütke löscht Twitter-Video nach massiver Kritik

Schließlich entschied sich Lütke, das Video wieder zu löschen: „Das dazu gepostete Video hat bei diesem sensiblen Anlass aber Raum für Missverständnisse geboten. Ich habe es daher gelöscht und bitte um Entschuldigung!“

Doch einigen Twitter-Usern ging das nicht weit genug: Das Video war vor der Löschung gesichert worden und wurde auf Accounts geteilt, die offenbar der AfD nahestehen. Andere Politiker wie der frühere CDU-Abgeordnete Christian Natterer zeigten sich nachsichtig.

„Junge Abgeordnete machen auch mal Fehler. Wichtig ist die Einsicht“, so der liberal-konservative Politiker aus Ravensburg.