AfD-Politiker Alexander Gauland. Foto: Imago/Political-Moments

Die AfD zieht laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung mehr latent oder manifest rechtsextrem eingestellte Wähler an als die etablierten Parteien. Demnach sind unter den Wählern der AfD Chauvinismus, Ausländerfeindlichkeit und ein gewisser Hang zum Autoritären deutlich stärker verbreitet als unter den Anhängern der anderen Parteien im Bundestag.

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Die Studie beruht auf einer repräsentativen Onlineumfrage vom Juni 2020. Um rechtsextreme Einstellungen zu messen, waren die 10.055 Teilnehmer der Umfrage aufgefordert worden, sich zu Aussagen wie „Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert“ oder „Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet“ zu positionieren.

Den Angaben zufolge fanden sich „manifest rechtsextreme“ Einstellungen bei 29 Prozent der Befragten, die beabsichtigten, die AfD zu wählen. Unter den Anhängern von CDU und CSU äußerten sich demnach sechs Prozent entsprechend. In der Wählerschaft von Linke und FDP lag der Anteil laut Bertelsmann-Stiftung bei jeweils fünf Prozent. Niedriger war der Wert für die SPD-Wähler (vier Prozent) und die Wähler der Grünen (zwei Prozent).

Wählerschaft der AfD mit mehrheitlich rechtsextremer Einstellung

Eindeutig oder zumindest teilweise populistische Einstellungen wurden darüber hinaus laut Bertelsmann-Stiftung von fast drei Viertel (73 Prozent) der AfD-Wählerschaft vertreten. Der Autor der Studie, Robert Vehrkamp, schlussfolgert: „Mag ihr Wahlerfolg bei der Bundestagswahl 2017 noch vor allem ein Erfolg rechtspopulistischer Wählermobilisierung im Schatten der Flüchtlingskrise gewesen sein.“ Vor der Bundestagswahl 2021 zeige sich die AfD als eine Partei, deren Wählerschaft mehrheitlich manifest oder latent rechtsextrem eingestellt sei.

Unter allen Wahlberechtigten in Deutschland vertreten der Untersuchung zufolge 7,7 Prozent ein geschlossen rechtsextremes Weltbild. Deutlich weiter verbreitet sind chauvinistische Einstellungen.

Dazu zählen Forscher beispielsweise den Wunsch nach mehr „Mut zu einem starken Nationalgefühl“, nach einem „harten und energischen Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland“ und dem Ziel, „Deutschland die Macht und Geltung zu verschaffen, die ihm zusteht“ als oberste Maxime deutscher Politik.

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Unter den Wählern der Unionsparteien und der FDP stimmen solchen Aussagen bei der Befragung etwas mehr als 60 Prozent ganz oder teilweise zu. Unter den Wählern der AfD waren es 90 Prozent. Auch hier bildeten die Grünen den Gegenpol: Unter ihren Anhängern ist dieser Chauvinismus-Wert mit 34 Prozent geringer als bei allen anderen Parteien.