Anne Spiegel ( Bündnis 90/die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat ihren Familienurlaub nach der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer als Fehler bezeichnet und sich dafür entschuldigt. dpa/Riedl

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat sich für ihren vierwöchigen Familienurlaub nach der Flutkatastrophe im Ahrtal im vergangenen Sommer entschuldigt. „Das war ein Fehler, dass wir so lange in Urlaub gefahren sind und ich bitte für diesen Fehler um Entschuldigung“, sagte die Grünen-Politikerin am Sonntagabend in einem emotionalen Auftritt vor der Presse.

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Anne Spiegel: Familie brauchte dringend Urlaub

Zu den Rücktrittsforderungen aus der Opposition äußerte sie sich nicht. Spiegel begründete ihre damalige Entscheidung mit dem Gesundheitszustand ihres Mannes und der Belastung ihrer vier Kinder durch die Corona-Pandemie. Ihre Familie habe Urlaub gebraucht.

Zuvor war bekannt geworden, dass die damalige Umweltministerin in Rheinland-Pfalz zehn Tage nach der Flut zu einem vierwöchigen Familienurlaub nach Frankreich aufgebrochen war und diesen nur einmal für einen Ortstermin an der Ahr unterbrochen hatte.

Spiegel legte in ihrer emotionalen Erklärung detailliert ihre Beweggründe dar, zehn Tage nach der Katastrophe in den Urlaub zu fahren. Sie berichtete von einem Schlaganfall ihres Mannes und davon, dass ihre vier Kinder „nicht gut durch die Pandemie gekommen“ seien. Die zusätzliche Übernahme des Umweltressorts in Rheinland-Pfalz im Januar 2021 sei dann zu viel gewesen und hätten ihre Familie „über die Grenze gebracht“.

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NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser war erst am Donnerstag zurückgetreten

Sie habe unmittelbar nach der Flut einen Krisenstab eingesetzt und weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Die Abwägung zwischen ihrer Verantwortung als Ministerin und als Mutter sei ihr schwer gefallen. Sie habe daher entschieden, in den Urlaub zu fahren. Dies sei ein Fehler gewesen, für den sie sich entschuldige. Während ihres Urlaubs sei sie immer erreichbar gewesen, habe Telefonate geführt und sich informiert.

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Wenn es einen Anlass gegeben hätte, den Urlaub abzubrechen, dann hätte sie dies getan, sagte Spiegel. In NRW hatte die dortige Umweltministerin Ursula Heinen-Esser ihr Amt am Donnerstag niedergelegt, nachdem bekannt geworden war, dass sie sich wenige Tage nach der Flutkatastrophe auf Mallorca mit weiteren Regierungsmitgliedern für ein Wochenende getroffen hatte, um den Geburtstag ihres Mannes zu feiern.