Die Angreifer waren als Polizisten getarnt. imago/U. J. Alexander

Brutaler Überfall in Erfurt (Thüringen): In der Nacht zu Freitag griffen mehrere falsche Polizisten einen Rechtsextremisten (25) in seiner eigenen Wohnung an und misshandelten den Mann schwer.

Laut Polizei waren vier bis fünf als Polizisten getarnte Personen gewaltsam in die Wohnung des Mannes eingedrungen. Die Täter sollen die Tür mit einer Ramme aufgebrochen und das schlafende Opfer anschließend überwältigt haben.

Die Unbekannten sollen den 25-Jährigen dann gefesselt und ihm ein Bein gebrochen haben, berichtet der MDR über den Fall. Auch die Freundin des polizeibekannten Neonazis soll gefesselt am Tatort zurückgelassen worden sein.

Opfer mit Chlor überschüttet?

Darüber hinaus übergossen die Angreifer dem Bericht zufolge ihre beiden Opfer mit einer Flüssigkeit. Dabei soll es sich um Chlor gehandelt haben, aber eine offizielle Bestätigung gibt es laut MDR dafür nicht.

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Die Täter konnten im Anschluss fliehen, trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen fehlt von ihnen noch jede Spur. Sie sollen allesamt schwarze Kleidung getragen haben, wie die Polizei mittteilte. Ein politisches Motiv schließt die Kripo nicht aus.

Im Internet tauchte ein angebliches Bekennerschreiben samt Video auf, in dem ein „Kommando Paul Schäfer“ die Verantwortung für den Angriff auf die Wohnung des Mannes übernimmt.

Ermittelt wird wegen Freiheitsberaubung und gefährlicher Körperverletzung. Das 25-jährige Opfer soll unter anderem am Überfall auf eine Gruppe Jugendlicher vor der Thüringer Staatskanzlei im Sommer vergangenen Jahres beteiligt und 2016 am Angriff Hunderter Neonazis und Hooligans im linksalternativen Leipziger Stadtteil Connewitz beteiligt gewesen sein.