Eine junge Ukrainerin am Berliner Hauptbahnhof: Immer wieder nutzen Menschenhändler die Not der Geflüchteten aus. dpa/Hannibal Hanschke

Nach tagelanger Todesangst auf ihrer Flucht erreichen sie in Deutschland endlich sicheren Boden für sich und ihre Kinder. Doch immer öfter werden junge Ukrainerinnen auf Bahnhöfen, aber auch vor Ausländerbehörden, von Zuhältern und Menschenhändlern mit dubiosen Geld- oder kostenlosen Übernachtungsangeboten gelockt.

Innenministerin Faeser droht mit aller „Härte des Gesetzes“

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) will dem jetzt endgültig einen Riegel vorschieben und Frauen durch eine massive Polizeipräsenz auf Bahnhöfen vor Übergriffen von Menschenhändlern und Sexualstraftätern schützen. „Jeder, der es versucht, die Not der Geflüchteten auszunutzen, sollte wissen: Auf solche Taten reagieren wir mit aller Härte des Gesetzes“, sagte Faeser der Bild am Sonntag. Niemand dürfe das Leid der Flüchtlinge missbrauchen.

Nationaler Krisenstab für Betreuung der Flüchtlinge

„Solche Übergriffe sind zutiefst verachtenswert“, betonte die Ministerin. Die Beamten seien in Uniform und in Zivil unterwegs, um Kriminelle zu stoppen. Die Bundespolizei erteilte laut Bild am Sonntag bereits mehrere Platzverweise, unter den verdächtigen Männern waren demnach auch vorbestrafte Sexualtäter.

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Die Übergriffe machen deutlich, wie wichtig schnelle Hilfe für Kriegsflüchtlinge ist. Vize-Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) will dafür einen nationalen Krisenstab im Kanzleramt einrichten. Dort könnten alle Fragen von der Unterbringung bis zur Versorgung und Kinderbetreuung geklärt werden. Zuletzt hatten viele Bundesländer vom Bund eine bessere Koordination und die komplette Finanzierung der Flüchtlingshilfe gefordert.