Eine Auszubildende im Maschinenbau: Ein eher seltenes Bild in der deutschen Industrie.. imago/Rupert Oberhäuser

Seit Jahren klagen Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften, dass es in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen an Fachkräften mangelt. Doch trotz verschiedenster Bemühungen gelingt es bislang nicht, mehr Bewerber aus einer sehr großen Gruppe von Schulabgängern für sogenannte „Mint“-Berufe zu gewinnen, also Jobs, die mit Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik zu tun haben: Mädchen und junge Frauen wollen eher Kauffrau für Büromanagement als Kfz-Mechatronikerin werden, lieber Medizinische Fachassistentin als Anlagenmechanikerin.

 Der Frauenanteil in der beruflichen Mint-Bildung stagniere seit mehr als 20 Jahren bei 10 bis 15 Prozent, stellt eine Arbeitsgruppe des „Nationalen MINT Forums“ fest, dem unter anderem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, die Bundesagentur für Arbeit, die Arbeitgeberverbände und der DGB angehören. 

Nur ein Zehntel der Lehrlinge in Mint-Berufen ist weiblich

Nach Zahlen von 2018 sieht es bei der klassischen dualen Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule düster aus: Von 183.000 Menschen, die eine solche Ausbildung im Mint-Bereich antraten, waren nur elf Prozent weiblich. Über alle Ausbildungsverträge hinweg waren es dagegen 36,9 Prozent.

Mädchen und junge Frauen sollten mit spezifischen Fördermaßnahmen für den Mint-Ausbildungs- und Arbeitsmarkt gewonnen werden, heißt es in einem Papier der Arbeitsgruppe  Menschen mit Mint-Qualifikationen würden dringend gebraucht, um Themen wie den Klimaschutz zu meistern.

Die Lage verbessern könnte zum Beispiel ein Mindestangebot an Unterrichtsstunden in Mint-Fächern an den Schulen. Projekte wie der jährliche „Girls' Day“, bei denen Schülerinnen seit 2001 Firmen besuchen und Berufe kennen lernen, müssten stärker genutzt werden.

Berufswahl ohne Wissen über Möglichkeiten

Ausbildungs- und  Arbeitsmarkt seien zum Teil immer noch stark geschlechterabhängig und nicht von Wissen über die Berufe geprägt. Junge Menschen sollten sich nicht davon leiten lassen, was vermeintliche Frauen- oder Männerberufe seien. „Das Aufbrechen geschlechtsspezifischen Berufswahlverhaltens kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dem Fachkräftemängel entgegenzuwirken.“