David Petraeus erwartet einen schweren Schlag der USA gegen russische Truppen, falls Russland eine Atombombe einsetzen sollte.
David Petraeus erwartet einen schweren Schlag der USA gegen russische Truppen, falls Russland eine Atombombe einsetzen sollte. Imago/Independent Photo Agency Int.

Er war ein Viersternegeneral der US-Armee und Direktor des US-Geheimdienstes CIA – was er sagt, hat Relevanz: David Petraeus sagte in einem Interview mit dem US-Sender ABC, dass die USA auf einen Atomwaffeneinsatz Russlands gegen die Ukraine mit maximaler Härte reagieren würden.

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„Wir würden antworten, indem wir die Nato in einer gemeinsamen Anstrengung führen“, so der Ex-General in dem Interview. Man würde „alle konventionellen Streitkräfte Russlands außer Gefecht setzen, die wir sehen und identifizieren können“. Dies beziehe sich auf die russischen Truppen in der Ukraine, einschließlich der Krim. Zudem würde man alle russischen Schiffe im Schwarzen Meer zerstören.

Atombombeneinsatz Russlands würde scharfe Reaktion der USA verlangen

Er betonte zwar, dass dies rein hypothetisch sei und er sich mit Jake Sullivan, dem Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, nicht abgesprochen hätte. Petraeus führte jedoch an, dass Sullivan öffentlich geäußert habe, was die Reaktion der USA auf einen Nuklearwaffeneinsatz Russlands gegen die Ukraine wäre.

Sullivan hatte in einer Pressekonferenz angekündigt, dass man Russland gegenüber genau kommuniziert habe, was die Folgen sein würden, falls sich Russland dazu entschließe, „diesen dunklen Pfad zu beschreiten“.

Als der Moderator bei Petraeus nachhakte, ob dies bedeute, dass die Nato direkt in den Krieg eingreifen würde, wurde Petraeus jedoch etwas unklarer. Es wäre eine Anstrengung der USA und von Nato-Partnern. Gleichwohl sei jedoch nicht sicher, ob man deswegen die Beistandsverpflichtung der Nato auslösen könne. Wegen der möglicherweise auf Nato-Partnerländer übergreifenden Radioaktivität könne es aber möglich werden.

Die Beistandsverpflichtung besagt, dass die Nato insgesamt reagieren muss, wenn ein Nato-Mitglied angegriffen wird. „So könnte man sicher argumentieren“, sagte Petraeus. Jedoch sei ein Nuklearwaffenangriff auch so schrecklich genug, „das kann nicht unbeantwortet bleiben“. Zudem unterstütze er eine Aufnahme der Ukraine in die Nato. Das Land hatte am Freitag einen Beitrittsantrag abgegeben.

Ex-US-General rechnet mit Niederlage Russlands in der Ukraine

Gleichzeitig betonte Petraeus, dass die USA einen Nuklearwaffenangriff auf die Ukraine nicht nuklear vergelten würden. „Man will ja nicht in eine nukleare Eskalation kommen“, so der Ex-CIA-Chef. Dennoch müsse man zeigen, dass dies in keiner Form akzeptiert werden könne.

Derweil sieht der Ex-General Russland in der Defensive. Die am Freitag von Russlands Diktator Putin verkündete „Teilmobilisierung“ sei zwar bedeutend, aber auch eine Verzweiflungstat. Dennoch würde es auch langfristig nichts an der Situation ändern. „Es kann für Russland nur noch schlimmer werden. Und selbst der Einsatz von taktischen Nuklearwaffen würde das nicht ändern“, sagte der Ex-General über die Situation Russlands im Krieg in der Ukraine.

So könne Putin selbst mit der angekündigten „Teilmobilisierung“ nicht genug fähige Soldaten aufbieten, um den Vormarsch der Ukrainer wirklich zu stoppen. Auch hätten schon mehr Männer Russland verlassen, als die Armee eingezogen hätte, betonte der amerikanische Ex-General.