Ursula von der Leyen, Joe Biden und Charles Michel vor ihrem Gespräch in Brüssel AP/Patrick Semansky

US-Präsident Joe Biden lernt gerade eine Menge Leute persönlich in Europa kennen: Erst G7-Gipfel im englischen Cornwall, dann Nato-Gipfel und Treffen mit der EU-Spitze in Brüssel. Am Mittwoch trifft er in Genf den russischen Amtskollegen Wladimir Putin, den er als Vizepräsident schon 2011 sah. 

Bei der Begegnung Bidens, der die EU als „natürlichen Partner“ der USA bezeichnete, mit EU-Ratspräsident Charles Michel und Kommissionschefin Ursula von der Leyen ging es vor allem um Handelsstreitigkeiten. Sie hatten sich unter Bidens Vorgänger Donald Trump verschärft. Ein Konflikt wurde bei dem Treffen entschärft: Die wechselseitigen Strafzölle in Milliarden-Höhe, die USA und EU wegen unerlaubter Subventionen für Boeing und Airbus verhängen durften, wurden auf fünf Jahre ausgesetzt.

Wenn Biden am Mittwoch in Genf Putin trifft, wird es härter zur Sache gehen. Beide Präsidenten sind sich einig, dass das Verhältnis USA-Russland schlecht ist. Moskau hat kaum Erwartungen auf konkrete Ergebnisse, wenn es um Abrüstung, Klima, Corona, Wirtschaft oder Cyberkriminalität oder den inhaftierten Oppositionellen Alexej Nawalny geht. 

Vor den eigentlichen Gesprächen sei Smalltalk geplant: Da könnte es um ein Biden-Interview gehen, als er auf die Frage, ob er Putin für einen Killer hält, mit „Das tue ich“ antwortete.