Eine Helferin des Schiffs „Ocean Viking“ hält ein gerettetes Kind in den Armen. dpa/Flavio Gasperini/SOS Mediterranee

Die illegale Migration in die EU über das Mittelmeer nimmt einem Medienbericht zufolge weiter zu. Wie die Welt am Sonntag unter Berufung auf einen internen Report der EU-Kommission berichtete, lag die Zahl der illegalen Einreisen aus der Türkei in die EU in dieser Woche auf dem höchsten Stand seit Anfang März 2020, als die Coronavirus-Pandemie die internationale Mobilität einschränkte.

Demnach kamen seit Beginn des Jahres 4577 Menschen auf dem Seeweg oder über die Landgrenze aus der Türkei ins benachbarte Griechenland. Das weiter entfernte Italien erreichten hingegen 4739 Menschen aus der Türkei, darunter 670 in der vergangenen Woche. Von der nordafrikanischen Küste aus gelangten zuletzt innerhalb einer Woche laut dem EU-Bericht 3236 Flüchtlinge nach Italien – so viele wie seit Juli 2017 nicht mehr.

Zahl der Migranten wuchs um 83 Prozent

Insgesamt kamen laut Welt am Sonntag in diesem Jahr 39.183 Migranten über die zentrale Mittelmeerroute, 83 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und siebenmal mehr als 2019. Dennoch sei die Lage an den EU-Außengrenzen ruhiger als in den Jahren der Migrationskrise rund um 2015.

In Deutschland wurden dem Bericht zufolge bis Ende Juli 72.000 Asyl-Erstanträge gestellt – überwiegend von Migranten, die aus anderen EU-Ländern unerlaubt einreisten. Oft handelte es sich demnach um Asylbewerber, die in Griechenland schon abgelehnt oder anerkannt wurden. Der Juli war mit rund 12.200 Erstanträgen der zugangsstärkste Monat seit Januar 2020. Afghanen stellten demnach im laufenden, wie schon im vergangenen Jahr, die zweitgrößte Gruppe nach Syrern.