Finanzminister Christian Lindner warnt vor einer möglichen Wirtschaftskrise. dpa/Michael Kappeler

Es geht um steigende Preise, die Inflation, um die Energiesicherheit. Die Spitzen der Regierungskoalition wollen am Mittwoch beraten, wie der Krise zu begegnen ist. Vor allem die gestiegenen Verbraucherpreise stehen im Focus. Wird die Regierungskoalition ein weiteres Entlastungspaket schnüren?

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Finanzminister Christian Lindner hat die Bevölkerung in Deutschland schon einmal auf eine lange entbehrungsreiche Phase eingeschworen. „Meine Sorge ist, dass wir in einigen Wochen und Monaten eine sehr besorgniserregende Situation haben könnten“, sagte der FDP-Politiker am Dienstagabend im ZDF-„heute journal“.

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Es gehe um drei bis vier, vielleicht fünf Jahre der Knappheit. „Es besteht die Gefahr einer sehr ernst zu nehmenden Wirtschaftskrise aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise, aufgrund der Lieferketten-Probleme, aufgrund auch der Inflation.“ Oberstes Ziel müsse nun sein, die Inflation zu stoppen. „Nicht nur wegen der Wirtschaft, sondern weil viele Menschen auch Sorgen haben, ob sie das Leben bezahlen können.“

Der Koalitionsausschuss von SPD, Grünen und FDP tagt am Mittwoch. Beraten wird über mögliche Maßnahmen im Kampf gegen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln in den kommenden Wochen.

Weniger Gas aus Russland – Versorgungslage angespannt

Seit einigen Tagen pumpt Russland deutlich weniger Gas nach Deutschland – die Versorgungslage ist daher laut Bundesnetzagentur angespannt, und die Preise sind gestiegen. Auch Lebensmittel sind in den knapp vier Monaten nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine deutlich teurer geworden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund forderte, deswegen den Grundfreibetrag in der Einkommenssteuer auf mindestens 12.800 Euro zu erhöhen. Überdies soll es laut DGB-Chefin Yasmin Fahimi einen Preisdeckel für den „Grundbedarf“ bei Strom und Gas geben.

Bundessozialminister: Staat kann nicht alles abfedern

Bundessozialminister Hubertus Heil warnte, der Staat könne nicht alles für alle ausgleichen. „Ich sehe ganz grundsätzlich keine Spielräume, Menschen zu entlasten, die ein sehr hohes Einkommen haben“, sagte der SPD-Politiker dem Stern. Er sei aber offen, über eine gezielte Entlastung unterer und normaler Einkommen zu reden. „Wir müssen die Folgen der Preisentwicklung gezielt für die Menschen abfedern, für die sie wirklich eine existenzielle Bedrohung ist.“