Beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe wurden die fünf Terrorverdächtigen dem Haftrichter vorgeführt.  Foto: dpa

Bei einer Razzia gegen eine mutmaßliche IS-Terrorzelle nahmen Ermittler am Mittwochfrüh in NRW vier Männer aus Tadschikistan fest. Sie sollen gemeinsam mit ihrem bereits inhaftierten Anführer Anschläge auf US-Stützpunkte in Deutschland und auch Islamkritiker geplant haben, der Generalbundesanwalt ermittelt. Am frühen Morgen hatte die Polizei die vier Männer bei Razzien in Essen, Neuss, Siegen sowie im Kreis Heinsberg festgenommen. Kopf der Zelle der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) soll der Tadschike Ravsan B. sein, der bereits seit 15. März 2019 wegen anderer Vorwürfe in U-Haft sitzt.

Azizjon B., Muhammadali G., Farhodshoh K. und Sunatullokh K. sollen sich im Januar 2019 dem IS angeschlossen und in dessen Auftrag gemeinsam eine Terrorzelle in Deutschland gegründet haben. In Kontakt mit zwei hochrangigen IS-Mitgliedern in Syrien und Afghanistan sollen sie Anschläge vorbereitet haben. Ziele seien dabei zwei US-Luftwaffenstützpunkte in Deutschland gewesen, aber auch Einzelpersonen. So sei laut Bundesanwaltschaft ein Islamkritiker als Mordopfer ausgespäht worden.

„Wir hatten die Beschuldigten schon recht lange im Blick“, sagte Landesinnenminister Herbert Reul (CDU) in Düsseldorf. Der Fall habe „riesige Dimensionen“. Durchsuchungen habe es in Solingen, Kreuztal, Neuss, Essen, Werdohl, Wuppertal und Selfkant gegeben. Insgesamt seien 13 Objekte durchsucht worden. Dabei seien Geld und Datenträger sichergestellt worden.

Die Männer im Alter von 24 bis 32 Jahren hätten schon scharfe Schusswaffen gehabt, einer habe im Internet bereits Anleitungen zum Bombenbau besorgt.