Wladimir Putin – in jüngster Zeit kamen etliche seiner Vertrauten auf rätselhafte Weise ums Leben.
Wladimir Putin – in jüngster Zeit kamen etliche seiner Vertrauten auf rätselhafte Weise ums Leben. imago/Itar-Tass

Wieder erschüttern Berichte über ein Blutverbrechen an einem der engsten Vertrauten von Kremlchef Wladimir Putin Russland. Ein pensionierter russischer Sicherheitsbeamter, der damit beauftragt war, den berühmt-berüchtigten Atomkoffer des russischen Präsidenten mit den Nuklearcodes zu tragen, wurde am Mittwochabend in seinem Haus niedergeschossen.

Ex-Oberst Zimin liegt auf der Intensivstation

Wie die Kyiv Post berichtete, wurde der pensionierte Oberst Vadim Zimin (53) mit einer Wunde im Kopf ins Krankenhaus eingeliefert und liegt derzeit auf der Intensivstation. Sein Bruder habe Vadim Zimin in dessen Wohnung in Krasnogorsk nahe Moskau auf dem Küchenboden liegend entdeckt. Russische Staatsmedien meldeten, Zimin sei „in einer Blutlache“ gefunden worden, nachdem er sich angeblich eine selbst zugefügte Schusswunde am Kopf zugezogen hatte.

Die „geheime Aktentasche“ soll die Abschussvorrichtung für die strategischen Atomraketen des Kreml enthalten, die es Putin ermöglichen würden, Startbefehle für einen nuklearen Angriff zu übermitteln. Der Atomkoffer – in Russland auch Cheget genannt nach einem Berg im Kaukasus – enthält einen personalisierten Schlüsselcode und bleibt rund um die Uhr überwacht.

Der Atomkoffer von Präsident Boris Jelzin steht im Boris-Jelzin-Museum in Jekaterinburg.
Der Atomkoffer von Präsident Boris Jelzin steht im Boris-Jelzin-Museum in Jekaterinburg. Wikipedia/Creative Commons/Stanislav Kozlovskiy

Sein Inhalt wurde nur einmal öffentlich gezeigt. Dies geschah auf einem russischen Fernsehsender. Damit wollte die Regierung demonstrieren, dass sie eines der rüstungsstärksten Länder der Welt ist.

Vadim Zimin stand unter Hausarrest

Vadim Zimin stand wegen eines Kriminalfalls unter Hausarrest. Er sei mit Bestechungsvorwürfen im Zusammenhang mit seiner leitenden Funktion bei der zentralen Zollverwaltung konfrontiert gewesen, berichtete Kyiv Post. Zimin selbst hatte jegliches Fehlverhalten bestritten. Dennoch wurde er von seinem Posten entbunden.

Wladimir Putin (l.) und Vadim Zimin mit Atomkoffer in Händen.
Wladimir Putin (l.) und Vadim Zimin mit Atomkoffer in Händen. Wikipedia/Creative Commons/www.kremlin.ru

Zimin war zuvor Oberst bei Russlands wichtigster Sicherheitsbehörde, dem Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) und war oftmals an der Seite von Putin zu sehen mit dem russischen Atomkoffer in Händen. Zimin war zuvor schon unter Putins Amtsvorgänger Boris Jelzin damit beauftragt, die nationalen Nuklearcodes zu bewachen.

In den letzten Wochen waren gleich mehrere Beamte und Geschäftsleute mit Verbindungen zu Präsident Putin tot aufgefunden worden. Stets sah es auf den ersten Blick dabei nach Selbstmord aus.