Die vermutlich größte Klappe der Welt: Donald Trump bei seiner Rede in Orlando. Foto: AP/dpa/John Raoux

Donald Trump will wieder Oberwasser gewinnen – gleichzeitig ist sein Lügenschiff leckgeschlagen. Bei seiner ersten Rede nach seinem Amtsverlust feierte er sich und die Republikaner und stand dabei auf einer Bühne, die so aussieht wie eine Nazi-Rune. Die Empörung darüber dürfte es ihm egal sein. Nicht gefallen wird Trump, dass ausgerechnet Verteidiger seiner wegen des Sturms auf das Kapitol am 6. Januar angeklagten Anhänger ihn dafür verantwortlich machen.

Trump: Präsidentschaftswahl zu seinen Ungunsten gefälscht

Beim Treffen konservativer Aktivisten in Orlando (Florida) erklärte Trump erneut, die Präsidentschaftswahl sei zu seinen Ungunsten gefälscht worden. Tosenden Applaus erntete er für seine Bemerkung über die Demokraten und ihren Präsidenten Joe Biden: „Ich könnte sogar beschließen, sie ein drittes Mal zu schlagen.“ Tatsächlich hat er es bislang nur bei der Wahl 2016 gegen Hillary Clinton geschafft.

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Unklar blieb dabei, ob Trump 2024 erneut antreten will, oder ob er einen anderen Republikaner unterstützen will. Eine eigene Partei jedenfalls will er nicht gründen, wie gemutmaßt worden war. 2024 wäre Trump 78 Jahre alt – so alt, wie Joe Biden jetzt. Trump warf Biden gewohnt pompös Versagen vor, der Nachfolger habe „den katastrophalsten ersten Monat eines Präsidenten in der modernen Geschichte“ hingelegt und wolle die USA zu „einem sozialistischen Land“ machen.

Die „Odal-Rune“ wurde von einigen SS-Einheiten getragen. Trumps Bühne in Orlando sah genauso aus. Foto: Twitter

Die Veranstalter der Trump-Show, die American Conservative Union, wurden dagegen hinterher einer nazistischen Ausrichtung angeklagt: Die Bühne ähnelte einer von der SS genutzten Rune. Das Hotel, das die Räume vermietet hatte, verurteilte die Gestaltung. Da geriet die goldene Statue Trumps im Foyer aus dem Fokus des Interesses.

Zauberstab in der linken, Verfassung in der rechten Hand, gewandet in Stars and Stripes: Der güldene Donald. Foto: AP/John Raoux

Die Verteidigungslinie Trumps gegen Vorwürfe, er habe einen Mob zum Sturm aufs Kapitol mit fünf Toten angestachelt, wird unterdessen rissig. So brachten die Anwälte eines mutmaßlichen Mitglieds der rechtsextremen „Proud Boys“ laut Gerichtsakten vor, dass Trump den Massen, die den Sitz des US-Parlaments in Washington D. C. angegriffen hatten, „ausdrücklich Erlaubnis und Ermutigung“ hatte zukommen lassen.

Verteidiigung Trumps zur Kapitol-Erstürmung bekommt Risse

Es sei doch ein erstaunlicher Vorgang, wenn das Kapitol gestürmt werde und sich die Menge auch gegen bewaffnete Sicherheitskräfte wende, schrieben die Anwälte. „Nur jemand, der davon ausgeht, dass er die öffentliche Billigung hat, würde je so etwas versuchen.“

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Der Anwalt eines mutmaßlichen „Proud Boys“ erklärte, sein Mandant habe in der wahnhaften Überzeugung gehandelt, sein Vaterland verteidigen zu müssen. Der Mann sei „einer von Millionen Amerikanern, die von der Täuschung des Präsidenten in die Irre geführt wurden. Viele derer, die dem Ruf folgten, werden erhebliche Teile, wenn nicht den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen. Unterdessen setzt   Trump sein Leben in Luxus und voller Privilegien fort.“

Rund 250 Menschen, die sich an der Erstürmung beteiligt hatten, sind bislang angeklagt.