Microsoft-Chef Satya Nadella verkündete Stellenstreichungen.
Microsoft-Chef Satya Nadella verkündete Stellenstreichungen. dpa/Markus Schreiber

Die Kündigungswelle in der Welt der Technologie-Konzerne hat Microsoft erreicht: Der Software-Riese kündigte als weiteres Schwergewicht der Branche den Abbau von rund 10.000 Jobs bis Ende März an, knapp fünf Prozent der Belegschaft. Im Herbst hatte Microsoft bereits Jobs abgebaut.

 Microsoft-Chef Satya Nadella begründete die Stellenstreichungen im Unternehmensblog als Sparmaßnahme: „Wir müssen unsere Kostenstruktur mit unseren Umsätzen in Einklang bringen“. Nadella erklärte zugleich, dass es auch Neueinstellungen und Investitionen in Bereichen wie dem Cloud-Geschäft gebe. Zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres Mitte 2022 war die Zahl der Mitarbeiter um gut ein Fünftel auf 221.000 gestiegen.

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Nadella versprach betroffenen Mitarbeitern, dass das Management bei den Entlassungen so „rücksichtsvoll und transparent“ wie möglich vorgehen werde. Solche Entscheidungen seien „schwierig, aber notwendig“, schrieb er. 

Der Personalabbau kostet viel Geld

Auch wenn die Stellenstreichungen auf längere Sicht Geld sparen sollen, entstehen Microsoft durch Kündigungen und Abfindungen zunächst hohe Belastungen. So kündigte der Konzern in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht an, dass aufgrund der Entlassungen und anderer Maßnahmen zum Konzernumbau erst einmal bilanzielle Belastungen in Höhe von 1,1 Milliarden Euro anfallen dürften. Microsoft will seine Zahlen für das abgelaufene zweite Geschäftsquartal am 24. Januar veröffentlichen.

Mark Zuckerberg verabschiedete tausende Mitarbeiter aus dem Meta-Konzern.
Mark Zuckerberg verabschiedete tausende Mitarbeiter aus dem Meta-Konzern. AP/Eric Risberg

Die Entlassungen bei dem Windows-Konzern verdeutlichen abermals das jähe Ende des Job-Booms in der Tech-Branche. Nachdem die Geschäfte in der Pandemie florierten, macht das von Inflations- und Rezessionssorgen geprägte derzeitige Marktumfeld vielen Firmen schwer zu schaffen. An der Börse stehen Tech-Aktien besonders stark unter Druck: Der Branchenindex Nasdaq fiel 2022 um 33 Prozent.

Die Tech-Riesen bauen wegen Geschäftsrückgangs Jobs ab 

Die Reihe der Unternehmen, die Entlassungen ankündigten, wurde zuletzt immer länger. So kam es etwa bei der Facebook-, Whatsapp- und Instagram-Mutter Meta sowie dem von Tesla-Chef Elon Musk übernommenen Online-Netzwerk Twitter zu Job-Kahlschlägen.

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Meta entließ im Herbst rund 11.000 Leute, etwa 13 Prozent der Belegschaft. Bei Twitter ließ Musk als Sparmaßnahme rund die Hälfte der etwa 7000 Jobs streichen. Danach gingen noch weitere Mitarbeiter.

Der weltgrößte Online-Händler Amazon kündigte Anfang des Jahres den Abbau von 18.000 seiner insgesamt rund 1,5 Millionen Stellen an. Der SAP-Konkurrent Salesforce setzt mit rund 8000 Jobs bei etwa einem Zehntel seiner Belegschaft den Rotstift an.