Eine Gas-Verdichterstation in der Ukraine, die mit dem Transit eine knappe Milliarde Dollar Gebühren verdient. dpa/EPA/Roman Pilipey

Die Ukraine hat mit Verweis auf die russische Besatzung einen Teil des Gas-Transits in Richtung Europa gestoppt. Nach Darstellung das Bundeswirtschaftsministeriums drohen Deutschland derzeit aber keine Engpässe. „Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist aktuell weiter gewährleistet“, sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

Der russische Staatskonzern Gazprom bestätigte am Vormittag, dass am Mittwoch nur 72 Millionen Kubikmeter Gas durch die Ukraine in Richtung Westen fließen sollen. Am Vortag habe das Volumen noch bei 95,8 Millionen Kubikmetern gelegen.

Ukraine spricht von Störung des Betriebs durch russische Truppen

Die Ukrainer deuteten an, dass Russen den Betrieb an einer Übernahme- und einer  Verdichterstation gestört hätten. Der Betreiber berief sich beim Teilstopp des Transits durch die Sojus-Pipeline auf einen Fall „höherer Gewalt“. Gazprom hielt dagegen, man habe „keinerlei Bestätigungen über Umstände höherer Gewalt“ erhalten, und ließ offen, ob eine Kompensierung über andere Routen möglich ist.

Ukrainischen Angaben zufolge können nun bis zu 32,6 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag wegfallen - das sei fast ein Drittel der täglich über die Ukraine nach Europa transportierbaren Höchstmenge von täglich 109 Millionen Kubikmetern.

Deutschlands Gasspeicher zu weniger als 40 Prozent gefüllt

In der nun anstehenden wärmeren Jahreszeit wird Deutschland weniger Gas verbrauchen. Allerdings müssen die 47 Untertage-Speicher für den kommenden Winter aufgefüllt werden. Ein neues Gesetz sieht Mindestfüllmengen zu  Stichtagen vor: Am 1. Oktober eines Jahres 80 Prozent, am 1. November 90 Prozent und am 1. Februar 40 Prozent. Zuletzt waren es 39 Prozent, steigend.

Gefüllt reichen die Gasspeicher für ein Viertel des deutschen Jahresverbrauchs.