Der Blick beispielsweise auf den Gaszähler dürfte im Winter gruseln machen. Foto: imago/Christian Ohde

Teurer, teurer, teurer: Die Inflation in Deutschland hat im September erstmals seit knapp 28 Jahren wieder die Vier-Prozent-Marke übersprungen. Vor allem wegen höherer Energiekosten legten die Verbraucherpreise  gegenüber dem September 2020 um 4,1 Prozent zu. Gegenüber dem August 2022 blieb die Inflationsrate gleich. 

Energie wurde im Schnitt 14,3 Prozent teurer. Beim Heizöl waren es innerhalb eines Jahres 76,5 Prozent. Sprit kostete 28,4 Prozent mehr. Auch die Preise für Erdgas (5,7 Prozent) und Strom (2 Prozent) zogen an. Die weltweite Nachfrage unter anderem nach Rohöl ist angesichts der Konjunkturerholung nach dem Einbruch in der Corona-Krise groß.

Von Spritpreisen wie in Frankreich sind wir in Deutschland nicht mehr weit entfernt. Foto: imago/PanoramiC/Michael Baucher

Vergleich hinkt, weil die Steuern vor einem Jahr niedriger waren

In Deutschland sind zudem seit Jahresbeginn 25 Euro je Tonne Kohlendioxid fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht.  Die im zweiten Halbjahr 2020 geltende Mehrwertsteuersenkung zur Abfederung der Pandemiefolgen ist seit Januar aufgehoben, was ebenfalls preissteigernd wirkt.  

Die Bundesregierung plant keine zusätzlichen staatlichen Maßnahmen, während Frankreich Gas- und Strompreise bis April 2022 deckeln und langfristig die Stromsteuer senken will. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, er könne Maßnahmen, die die nächste Regierung betreffen würden, nicht ankündigen.  Es seien bereits Entlastungen beschlossen worden: eine Senkung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms aus staatlichen Mitteln, eine Erhöhung der Pendlerpauschale sowie Verbesserungen beim Wohngeld.

Die Estin Kadri Simson will Verbrauchern gegen hohe Heizkosten helfen. Foto: AFP/Aris Oikonomou

EU will gegen Teuerung bei Heizkosten helfen

Die EU-Energiekommissarin Kadri Simson machte den Mitgliedsstaaten Vorschläge, wie sie – unter anderem mit Einnahmen aus dem EU-Emissionshandel – Verbraucher schützen können, ohne EU-Regeln zu brechen. Unter anderem schlägt sie direkte Zahlungen an Verbraucher vor, damit die nicht mangels Geld im Winter im Kalten sitzen, Steuererleichterungen und Subventionen für kleine Unternehmen.

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds dürfte die Inflation bis Mitte 2022 für den Großteil der Welt auf den Wert von vor der Pandemie fallen. Ähnlich sieht es die Europäische Zentralbank.