Das umstrittene Gruppenbild der SPD-Fraktion – ohne Masken, ohne Abstand! dpa/Michael Kappeler

Strahlende Gesichter, demonstrative Eintracht – und bei dem guten Wahlergebnis kann man doch glatt auch mal vergessen, auf die Corona-Maßnahmen zu achten! Beste Stimmung herrschte unter den 206 neuen und wiedergewählten Abgeordneten der SPD-Fraktion im Bundestag nach der Wahl von Rolf Mützenich am Mittwoch.

Mit 97 Prozent hatten sie Mützenich erneut an ihre Spitze gehievt und traten danach zum Fraktionsbild im Paul-Löbe-Haus zusammen – bis auf Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ohne Maske und ohne größere Abstände!

La-Ola-Welle ohne Maske

Mützenich wurde fürs Gruppenfoto mit La-Ola-Welle empfangen. Lauter wurde es noch, als Kanzlerkandidat und Neu-Fraktionsmitglied Olaf Scholz in die erste Reihe trat: Ein Gewitter zog in dem Moment über das Berliner Regierungsviertel hinweg – und gewaltiger Donner erschütterte den Bundestag. Fast symbolträchtig, wie einige meinten.

Das maskenlose Gruppen-Foto verbreitete sich allerdings blitzschnell im Netz und sorgte für Kritik, wegen des scheinbar sorglosen Umgangs der SPD-Politiker mit Corona. „Bevor Karl Lauterbach ganz Deutschland zur Aufrechterhaltung der Corona-Ordnung bekehrt, sollte er vielleicht erst einmal in der eigenen Fraktion um Zustimmung werben“, schrieb dazu Focus-Journalist Jan Fleischhauer hämisch auf Twitter.

Alle Aufgereihten waren geimpft und getestet

Und ausgerechnet der einzige Maskenträger Karl Lauterbach verteidigte nun seine Kollegen, zumal zumindest beim Aufstellen für das Gruppenbild neben ihm selbst weitere Genossen eine Maske getragen hatten.

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Nur für die einmalige Aktion dieses Gruppenfotos seien für den Moment der Aufnahme die Masken abgenommen worden, versicherte auch ein Fraktionssprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Und die abgebildeten Personen seien ausnahmslos „geimpft und getestet“ gewesen, betonte Lauterbach gegenüber der Bild-Zeitung. Aus seiner Sicht habe kein Risiko bestanden: „Die Kolleginnen und Kollegen haben nichts falsch gemacht.“