Elon Musk verfolgt den angestrebten Kauf von Twitter erst mal nicht weiter.
Elon Musk verfolgt den angestrebten Kauf von Twitter erst mal nicht weiter. dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Hat es sich schon ausgezwitschert, bekommt da jemand kalte Füße? Es scheint fast so, denn Milliardär Elon Musk hat seinen Deal zum Kauf von Twitter am Freitag für vorläufig ausgesetzt erklärt. Erst sollen Berechnungen gemacht werden, um zu schauen, wie viele Fake-Accounts herumschwirren, hinter denen sich gar keine echten Nutzer verbergen. Angeblich sollen es weniger als fünf Prozent sein. Twitter hatte diese Schätzung Anfang der Woche veröffentlicht.

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Aber was, wenn der Milliarden-Deal wirklich nicht zustande kommt. Ganz wohl scheint den Aktionären und Anlegern bei diesem Gedanken nicht zu sein. Die Twitter-Aktie fiel nach Musks Ankündigung jedenfalls schnell um fast ein Viertel und notierte bei etwa 34,50 Dollar. Später erholte sich der Kurs etwas auf rund 37 Dollar. Das ist aber immer noch weit entfernt von den 54,20 Dollar je Aktie, die Musk den Aktionären in Aussicht gestellt hatte.

Twitter-Aktie schmiert ab

Dass es bei Twitter Fake-Accounts gibt, dürfte keine Überraschung für Musk gewesen sein. Denn er hatte als eines seiner Ziele für den Twitter-Kauf erklärt, er wolle Profile, die etwa zum Versenden von Spam-Nachrichten eingesetzt werden, von der Plattform verbannen. Ob Musk den Vorwurf, Twitter habe ungenaue Angaben zur Zahl der gefälschten Accounts gemacht, für einen Ausstieg aus dem Deal oder eine Absenkung seines Gebots nutzen könnte, ist unklar.

Twitter und Musk vereinbarten zwar eine Strafe von jeweils einer Milliarde Dollar für den Fall, dass eine der Seiten den Deal aufkündigen sollte. Doch Experten gingen nicht davon aus, dass dies bedeutet, Musk könne sich einfach ohne Begründung umentscheiden und mit einer Milliarde Dollar aus dem Schneider sein.

Musk: Will Twitter immer noch kaufen

Kurz nachdem Zweifel an der Twitter-Übernahme durch Elon Musk aufgekommen waren, meldete sich der Tesla-Milliardär zu Wort und versicherte, dass er weiter an Twitter interessiert sei. Er halte an den Übernahmeplänen fest, schrieb Musk ohne weitere Details am Freitag bei Twitter.

Probleme bei der Finanzierung des Twitter-Deals

Der Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla hatte sich mit dem Twitter-Verwaltungsrat auf einen rund 44 Milliarden Dollar schweren Deal geeinigt. Er ist aber noch darauf angewiesen, dass ihm genug Aktionäre ihre Anteile abtreten wollen. Twitter und Musk wollten die Übernahme bislang bis Jahresende abschließen.

In den vergangenen Tagen zeichneten sich auch andere Probleme für den Deal ab. Musk wollte ursprünglich für rund zwölf Milliarden Dollar des Kaufpreises Kredite aufnehmen, die mit seinen Tesla-Aktien besichert wären. Aber nachdem der Kurs der Tesla-Aktie von zuvor rund 1000 Dollar auf zuletzt nur noch 728 Dollar abgesackt war, wurde dieser Plan zunehmend ungünstig für ihn. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete am Donnerstag, Musk suche nach anderen Finanzierungswegen anstelle des mit Aktien besicherten Kredits.