Elekroautos stehen vor einer Ladestation in einem Wohngebiet im Stadtteil Prenzlauer Berg.  dpa/Carsten Koall

Erst wurden sie belächelt, jetzt starten sie richtig durch! Immer mehr Autokäufer sehen Elektroantriebe als Alternative zum Benziner oder Diesel. Ihr Anteil an den Neuzulassungen stieg im September auf einen Höchstwert, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vom Dienstag hervorgeht. 17,1 Prozent waren demnach batterieelektrische Autos und 12,7 Prozent Plug-in-Hybride. Reine Diesel-Antriebe kamen auf 15,9 Prozent, Benziner auf 35,9 Prozent. Aber: Der Zulassungsrekord kommt ausgerechnet in einem der miesesten Monate für die Autoindustrie seit Jahrzehnten! Denn noch nie in einem September seit 1991 wollten so wenige Deutsche überhaupt ein Auto zulassen wie im September.

Der Bund und die Hersteller fördern den Kauf von Elektroautos mit bis zu 9000 Euro. Das soll die Klimabilanz verbessern. Sämtliche im September zugelassenen Fahrzeuge stießen laut KBA im Durchschnitt 111,6 Gramm Kohlendioxid je Kilometer aus, rund 17 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Schwächster September-Wert seit 1991

Insgesamt wurden im September 196.972 Autos neu zugelassen. Das war gut ein Viertel weniger als im Vorjahresmonat und der schwächste September-Wert seit 1991. Im zweiten Halbjahr 2020 hatte der Bund die Mehrwertsteuer gesenkt, um in der Corona-Krise die Wirtschaft anzukurbeln.

Im Gesamtjahr liegt der deutsche Automarkt bislang mit rund zwei Millionen Fahrzeugen um 1,2 Prozent im Minus. In den Werken behindern weiter Lieferengpässe bei Halbleitern die Produktion, wie der Verband der Automobilindustrie mitteilte. „Der deutsche Pkw-Markt kommt in immer schwierigeres Fahrwasser“, kommentierte der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller.