So ein leckeres Butterbrot ist fast zum Luxus und zum Symbol der Inflation geworden: Der Butterpreis ist binnen eines Jahres um zwei Drittel gestiegen.
So ein leckeres Butterbrot ist fast zum Luxus und zum Symbol der Inflation geworden: Der Butterpreis ist binnen eines Jahres um zwei Drittel gestiegen. dpa/Christin Klose

Eine zarte Hoffnung keimt auf, dass die zuletzt bei 10,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr liegende Inflation wieder zurückgehen könnte. Erstmals seit Mai 2020 sind die Erzeugerpreise – also die Preise ab Werk und oft vor einer Weiterverarbeitung – von September auf Oktober 2022 gesunken. Zwar nur um 4,2 Prozent, aber immerhin. Da auch die Großhandelspreise sinken, könnte das demnächst bei den Verbrauchern ankommen.

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Die Erzeuger- oder Produzentenpreise lagen zwar noch 34,5 Prozent höher als im Oktober 2021. Aber im August und September waren es gegenüber den beiden Vorjahresmonaten noch jeweils 45,8 Prozent mehr, der höchste Preisanstieg seit Beginn der Erhebungen 1949. Das gab das Statistische Bundesamt am Montag bekannt.

Energiepreise sanken von September zu Oktober um ein Zehntel

Der Rückgang wird vor allem darauf zurückgeführt, dass die Energiepreise von September auf Oktober 2022 um 10,4 Prozent zurückgegangen sind. Allerdings lagen sie im Oktober im Schnitt noch um 85,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Folge des russischen Kriegs in der Ukraine. 

Betriebe wie diese sächsische Edelstahlgießerei, die viel Energie benötigen, ächzen unter den hohen Strom- und Gaspreisen.
Betriebe wie diese sächsische Edelstahlgießerei, die viel Energie benötigen, ächzen unter den hohen Strom- und Gaspreisen. imago / Sylvio Dittrich

Allein Strom kostete (über alle Abnehmergruppen) zuletzt 90,3 Prozent mehr als im Oktober 2021. Beim Gas stieg der Preis beispielsweise für die Industrie binnen Jahresfrist um 151,2 Prozent.

Würde man die Energie aus der Preisentwicklung herausrechnen, wären die Erzeugerpreise im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat nicht um 34,5, sondern nur um 13,7 Prozent gestiegen.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern stark gebremst

Die Preise für Verbrauchsgüter – das reicht vom Putzmittel über Kosmetik bis zu Lebensmitteln – hinkten den Erzeugerpreisen im Oktober hinterher. Sie waren 19 Prozent höher als im Oktober 2021,  stiegen aber gegenüber September 2022 um nur 1,1 Prozent.

Allein Nahrungsmittel waren im Oktober 25,1  Prozent teurer als im Vorjahr. Besonders stark stiegen die Preise für Butter (66,3 Prozent), Zucker (54 Prozent) oder Schweinefleisch (47 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat. Speziell beim Zucker ist der Preisanstieg ungebremst, allein gegenüber September 2022 lag er bei 47,2 Prozent.