Mosambik leidet nicht nur unter den Folgen eines jahrzehntelangen Bürgerkriegs, sondern auch unter den Angriffen von Islamisten im Grenzgebiet zu Tansania. Foto:
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Bei einem Angriff von Dschihadisten auf die Küstenstadt Palma im Nordosten Mosambiks sind nach Regierungsangaben Dutzende Menschen getötet worden. Mindestens sieben Menschen seien am Freitag umgebracht worden, als sie versuchten, aus einem Hotel in Palma zu flüchten, sagte Regierungssprecher Omar Saranga am Sonntag. Zahlreiche weitere Zivilisten seien zuvor bei den Kämpfen in der Stadt getötet worden.

Die Dschihadisten hatten die Küstenstadt in der Grenzregion zu Tansania am Mittwoch überfallen. Nach zweitägigen Gefechten übernahmen sie am Freitagabend die Kontrolle über den Ort. Tausende Menschen flüchteten vor den Kämpfen.

Zeugen hätten von auf der Straße liegenden Leichen berichtet sowie von dschihadistischen Kämpfern, die wahllos auf Menschen und Gebäude geschossen hätten, erklärte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW). Laut HRW stehen die Angreifer in Verbindung zu einer in Mosambik als Al-Schabab bekannten Dschihadistengruppe, die jedoch keine direkten Verbindungen zu der gleichnamigen somalischen Dschihadistenmiliz haben soll.

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Auf einem Gelände in unmittelbarer Nähe von Palma bauen unter anderem der französische Ölriese Total und der US-Konzern ExxonMobil ein Milliardenprojekt zur Erschließung von Flüssig-Erdgas auf.

Palma liegt in der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Provinz Cabo Delgado. Seit drei Jahren kommt es dort immer wieder zu Angriffen radikalislamischer Banden, bei denen den Berichten von NGOs zufolge mindestens 2600 Menschen getötet und 670.000 in die Flucht getrieben wurden.