Armin Laschet bedankete sich bei den Sanitätern, die den Kommunalpolitiker behandelt hatten. AFP/Ina Fassbender

Von einer Sekunde auf die andere spielte der Wahlkampf keine Rolle mehr. Es ging um Leben und Tod. 

Vor einem Wahlkampf-Auftritt von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) in Delbrück (Nordrhein-Westfalen) ist ein bekannter Kommunalpolitiker zusammengebrochen. Offenbar hörte das Herz von Joseph V. (84) einfach auf zu schlagen. Der Rettungsdienst vor Ort erkennten den Notfall sofort – und handelte. 

Die Reanimation dauerte minutenlang

Minutenlang reanimierten die Sanitäter den früheren stellvertretenden Bürgermeister von Paderborn mit Herzdruckmassage. Mit Erfolg. V. war schon wieder ansprechbar, als er ins Krankenhaus transportiert wurde. Als die Sanitäter ihn aus dem Festzelt brachten, brandete spontaner Applaus  auf. 

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Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP und der Bild-Zeitung soll sich Armin Laschet nach dessen Ankunft beim Paderborner CDU-Bundestagsabgeordneten Carsten Linnemann (44) über den Zustand des Kommunalpolitikers erkundigt haben. Der Kanzlerkandidat habe erwogen, seinen Auftritt komplett abzusagen. „Wir haben ihm die Hand gegeben, es geht ihm besser“, soll Linnemann daraufhin gesagt haben. 

„Es geht der Person besser“

Der Bundestagsabgeordnete wird von der Bild zitiert: „Es geht der Person besser, ich kenne die Person sehr, sehr gut. Er ist auch sehr engagiert in der CDU. Und er ist stabil.“

Armin Laschet bedankte sich sofort bei den Sanitätern für ihren Einsatz: „Vielen Dank, dass Sie hier waren. (...) Sie sind hier, wenn was passiert und es ist was passiert. Also vielen Dank“, sagte er den Berichten zufolge. 

Armin Laschet sichtlich geschockt bei seinem Auftritt in Delbrück (NRW).  AFP/Ina Fassbender

Als auch die Familie von V. zugestimmt hatte, sprach Laschet schließlich doch zu den rund 350 anwesenden Gästen. Seine vorbereitete Rede benutzte der Kandidat allerdings nicht. Stattdessen thematisierte er ausführlich die Arbeit des Rettungsdienstes. Dabei verzichtete er komplett auf Angriffe gegen seine Mitbewerber Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne). Dafür sei nicht der richtige Moment, sagte er.

Bemerkenswert: Auch eine Gruppe Klimaaktivisten, die vor dem Zelt gegen Laschet demonstrierte, stoppte ihren Protest. Das mitgebrachte Banner (Aufschrift: „Energiewende jetzt“) nutzten sie als Sichtschutz für die Sanitäter im Einsatz.