Donald Trump war vier Jahre lang Präsident der USA. imago/ZUMA Wire

Seien wir ehrlich. Nach vier Jahren Präsidentschaft, zwei Wahlkämpfen voller Skandale und dem wenig verblümten Aufruf zum Sturm des Kapitols gibt es wenig, womit der ehemalige US-Präsident Donald Trump noch schocken könnte. Doch eine Geschichte, die nun sein ehemaliger Verteidigungsminister Mark Esper auspackte, zeigt ein ganz neues Level altbekannter Verhaltensweisen.

Mark Esper schreibt ein Buch über Zusammenarbeit mit Donald Trump

Von Juli 2019 bis November 2020 war Mark Esper unter Donald Trump Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten von Amerika. Der ehemalige Rüstungslobbyist geriet in dieser Amtszeit mit Trump über die Frage aneinander, ob man denn auf die Anti-Rassismus-Demonstranten schießen dürfe. Trump war dafür, Esper dagegen. Nun packt der 58-Jährige in seinen Memoiren „A Sacred Oath“ („Ein heiliger Eid“) über die Arbeit mit dem inzwischen abgewählten Präsidenten aus. Die New York Times hat vorab aus dem Buch zitiert.

Mark Esper (r.) war unter Donald Trump Verteidigungsminister. imago/ZUMA Wire

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Ein Erlebnis, das Esper schildert, spielt im Sommer 2020. Trump soll mindestens zweimal gefragt haben, ob das US-Militär nicht „Raketen nach Mexiko schießen könne, um die Drogenlabors zu zerstören“. Er sei der Ansicht gewesen, dass Mexiko keine Kontrolle über das eigene Land habe und wollte so für Ruhe sorgen.

Donald Trump wollte Raketen auf Mexiko schießen und es abstreiten

Esper nannte Trump laut eigener Aussage viele Gründe, warum das keine gute Idee sei, doch der soll geantwortet haben, dass man diese Operation auch „im Stillen“ ausführen könnte. „Keiner würde wissen, dass wir es waren“, soll der damalige Präsident gesagt haben. Nachdem Esper ihm gesagt hatte, dass sehr wohl nachvollziehbar sei, wer die Raketen abfeuere, soll Trump geantwortet haben, dass er öffentlich einfach dazu lügen und behaupten würde, er sei es nicht gewesen. Eine Taktik, die er vielfach in seiner Amtszeit und in den Wahlkämpfen nutzte.

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Und auch die False-Flag-Taktik wäre nicht untypisch für Trump. In einer Rede vor republikanischen Spendern sagte Trump erst in diesem März, die USA sollten die chinesische Flagge auf ihre Flugzeuge kleben, Russland „in Grund und Boden bomben“ und sagen, „China wars“, damit die beiden Länder sich bekämpfen.

In Espers Enthüllungen geht es noch einmal um die Anti-Rassismus-Proteste in den USA im Sommer 2020, nachdem ein Polizist den Afroamerikaner Georg Floyd ermordet hatte. Trump hätte damals 10.000 Soldaten im aktiven Dienst auf die Straßen von Washington D. C. schicken wollen, um die Demonstranten zu „erschießen“, so Esper.

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Einmal verhielt sich Trump während eines Meetings zum Thema China so unberechenbar, dass die Stabschefs das Bedürfnis hatten, vom 25. Verfassungszusatz Gebrauch zu machen, der es den Kabinettsmitgliedern erlaubt, den Präsidenten des Amtes zu entheben. Doch dazu kam es nicht. Den Job übernahmen die Wähler im Herbst des gleichen Jahres.