US-Präsident Trump verlässt den Helikopter, der ihn zum Militär-Krankenhaus gebracht hat. Foto: dpa/AP/Jacquelyn Martin

Washington - US-Präsident Donald Trump (74) muss wegen seiner Corona-Infektion in einem Militär-Krankenhaus behandelt werden. Dort bekommt er Remdesivir – ein Corona-Medikament in der klinischen Erprobungsphase. Die Erkrankung des Präsidenten sorgt in den USA für helle Aufregung. Sind jetzt sogar die Wahlen gefährdet?  

Monatelang hatte Trump die Gefahren des Corona-Virus heruntergespielt. Nun ist er selbst betroffen. Er und seine ebenfalls infizierte Frau Melania begaben sich im Weißen Haus in Quarantäne, doch dann musste der 74-jährige Trump doch ins Krankenhaus. Ein Hubschrauber brachte ihn in die Militär-Klinik Walter Reed nördlich von Washington. Von dort twitterte er: „Es läuft gut, denke ich! Ich danke euch allen. Liebe!!!!“

Viele Infektionen in Trumps Umfeld

Aus Trumps Umfeld werden derweil immer mehr Infektionen bekannt. In den Tagen vor seinem positiven Corona-Test war der Präsident viel gereist. Angesteckt hat er sich womöglich bei seiner engen Beraterin Hope Hicks. Oder bei einer Veranstaltung im Garten des Weißen Hauses, als er die Juristin Amy Coney Barrett als Kandidatin für das Oberste Gericht vorstellte. Bei mindestens sechs Anwesenden fielen Corona-Tests positiv aus – etwa bei Ex-Beraterin Kellyanne Conway. Auch Wahlkampf-Chef Bill Stepien ist infiziert.

In den nächsten Tage will Trump vom Krankenbett aus arbeiten, so das Weiße Haus. Er habe „leichte Symptome“. Dass Trump in die Klinik gebracht wurde, sei eine Vorsichtsmaßnahme. Der Präsident habe eine erste Dosis Remdesivir bekommen. Zudem nehme er Zink, Vitamin D, ein Magenmittel, ein Schlafhormon und Aspirin.

Umstrittenes Corona-Medikament

Das Covid-19-Medikament Remdesivir ist allerdings umstritten. Es befindet sich noch in der klinischen Erprobung. In den USA, Japan und der EU gibt es aber bereits Sonderzulassungen. Die EU erlaubt die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab zwölf Jahren, wenn sie wegen Covid-19 an einer Lungenentzündung leiden und mit Sauerstoff versorgt werden müssen. Trump benötige jedoch keine Sauerstoffzufuhr, so sein Arzt. Remdesivir steht in Verdacht, Nierenschäden hervorzurufen.

Amtsinhaber Trump muss nun in der heißen Phase des US-Wahlkampfes eine Pause einlegen. Manche Amerikaner befürchten bereits eine Verschiebung des Wahltermins am 3. November. Doch Rechtsexperten glauben nicht daran. Denn die verfassungsmäßigen Hürden wären extrem hoch.