Champagner ist in Russland begehrt, auch wenn 2019 ein russisches Gesetz erging, laut dem das Getränk nur noch als Schaumwein verkauft werden durfte.
Champagner ist in Russland begehrt, auch wenn 2019 ein russisches Gesetz erging, laut dem das Getränk nur noch als Schaumwein verkauft werden durfte. dpa/Paul Zinken

Ernüchternde Aussichten für trinkfreudige Russen mit Geld: Wegen der Russland-Sanktionen werden beispielsweise Champagner, Cognac und schottischer Whisky knapp. Die Nachfrage durch Geschäfte und Restaurants steige wegen der herannahenden Weihnachtszeit und des Jahreswechsels, aber der Import ist weitgehend blockiert.  Jetzt soll auf russische Produkte umgestiegen werden, und die  Importeure wollen sich unter anderem in Indien nach Ersatz umsehen.

Einige alkoholische Getränke sind bereits ausverkauft

Das russische Exil-Portal Meduza verbreitete die Nachricht des Moskauer Wirtschaftsinformationsdienstes RBC, dass einige Alkoholika bereits jetzt nicht mehr zu haben seien. Alexander Lipilin, Geschäftsführer der Weinhandelsgesellschaft Fort, erklärte zum Champagner-Problem: „Das sind natürlich zunächst einmal Moët & Chandon, Piper-Heidsieck, Louis Roederer. Man muss sich überlegen, womit man sie ersetzt." 

Es gebe zwar ein paar kleine französische Winzer, die liefern würden, aber das reiche nicht, wird Lipilin zitiert.

Bei hartem Stoff seien die Warenvorräte in stark nachgefragten Kategorien praktisch erschöpft, sagte Victor Zlotnitsky, Generaldirektor der Crimean Vodka Company. Das gelte für  Whisky, Rum, Gin und französischen Cognac. „Außerdem schließt ein gesetzliches Verbot der Lieferung von Alkohol aus den Vereinigten Staaten eine Kategorie wie amerikanischen Bourbon für Russen aus.“ 

Lokale und Einzelhändler suchen nach Whisky-Restbeständen

Whisk(e)y sei nun nicht gerade das beliebteste Neujahrsgetränk Russlands, aber viele Einzelhandelsketten und Restaurants müssen dieses Jahr auf dem Markt entweder nach den Resten oder nach „Parallelimporten“ suchen – also nicht beim Hersteller kaufen, sondern über Umwege.  

Das russische Büro der Metro-Kette vermeldete, dass die Verbraucher eine Änderung im Sortiment von Schnaps bemerken würden: Viele bekannte ausländische Marken beliefern Russland nicht mehr. Bei Tequila komme hinzu, dass die Agavenernte schlecht ausgefallen sei.