Der Polizist Ruslan Agibalow hatte einen Videoclip zur Unterstützung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny veröffentlicht.  Foto: AP/Dmitri Lovetsky

Ein Polizist in Russland ist aus dem Dienst entlassen worden, nachdem er in einem Internetvideo Solidarität mit dem inhaftierten Kremlkritiker Alexej Nawalny bekundet hatte. Ruslan Agibalow aus der Stadt Kursk rund 450 Kilometer südlich der Hauptstadt Moskau hatte vor den großen landesweiten Nawalny-Protesten am Wochenende den Clip „zur Unterstützung Alexej Nawalnys und aller politisch Gefangenen“ veröffentlicht.

Lesen Sie auch: 2600 Festnahmen bei Protesten für Nawalny

Er habe Angst, dass seine Kinder ihn irgendwann fragen würden: „Papa, was hast du dafür getan, dass wir in einem freien, florierenden Land leben können?“, sagt Agibalow darin unter anderem. „Und ich habe darauf dann keine Antwort.“

Der Videoclip von Ruslan Agibalow kostete den Polizisten den Job.

Quelle: Youtube

Der Polizist bat darum, seine Worte nicht als Aufruf zu den Protesten von Nawalny-Anhängern zu verstehen, die am Sonnabend in ganz Russland stattfanden.

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Dennoch wurde er wenig später entlassen, wie die Kursker Abteilung des Innenministeriums mitteilte. Der Polizist habe die Ehre seiner Behörde beschmutzt, hieß es als Begründung.

Bei den Massenprotesten am Sonnabend für die Freilassung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny wurden Tausende festgenommen. Foto: AP/Dmitri Lovetsky

In einer beispiellosen Protestwelle hatten am Sonnabend nach Angaben der Organisatoren Zehntausende Menschen in mehr als 100 russischen Städten für die Freilassung des Oppositionsführers Nawalny demonstriert.

Nawalny, der im August Opfer eines Giftanschlags geworden war, wurde vor einer Woche direkt nach seiner Rückkehr in Moskau inhaftiert. Der 44-Jährige soll gegen Meldeauflagen in einem früheren Strafverfahren verstoßen haben, während er sich in Deutschland von dem Attentat erholte.