Schon im Erwerbsleben ist das Geld knapp, im Alter reicht es für Viele hinten und vorne nicht. imago

Altersarmut ist bitter, vor allem für Menschen, die schon vor ihrer Rente kein üppiges Leben hatten. Die Gründe sind vielfältig: prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit: Es reicht bereits im Erwerbsleben hinten und vorne nicht. Im Ruhestand steht dann noch weniger Geld zur Verfügung, denn die Rente bedeutet in aller Regel einen satten Abschlag von der Höhe des Gehalts. Wer genug verdient, kann diesen Absturz durch berufliche oder private Zusatzvorsorge abmildern. Für eine berufliche Zusatzversicherung zahlen Arbeitgeber oft einen Anteil dazu. 

Privat bieten sich auch für Geringverdiener Möglichkeiten, der Armutsfalle zu entkommen. Gerade einmal 60 Euro im Jahr beträgt das Minimum, für eine steuerlich geförderte Riester-Rente anzusparen. Doch viele Berlinerinnen und Berliner machen davon keinen Gebrauch. Ein Viertel der Erwachsenen in Berlin legt privat überhaupt nichts fürs Alter zurück! Das geht aus einer repräsentativen Umfrage für die Berliner Sparkasse hervor.

Fast jeder Zweite rechnet mit Einschränkungen im Rentenalter

Erschreckend ist dabei folgender Zusammenhang: Je niedriger das Haushaltsnettoeinkommen, desto höher ist dieser Anteil. Wer also im Arbeitsleben schon nichts beiseite legen konnte, gleitet im Alter so fast zwangsläufig in die finanzielle Misere.

Auf der anderen Seite brauchen sich Besserverdienende wenig sorgen machen, und viele sorgen vor: Gut jeder Fünfte legt der Umfrage zufolge mehr als 200 Euro pro Monat zurück. Ist dieses Auseinanderklaffen eine Folge der Corona-Krise? Die Zahlen sprechen dagegen, denn sie haben sich seit 2019 kaum verändert. Gestiegen ist aber die Zahl derer, die erwarten, dass sie ihren Lebensstandard im Alter eher einschränken werden müssen. 46 Prozent der Befragten sehe es so, 2020 waren es noch 42 Prozent gewesen, ein Jahr zuvor 36 Prozent.