Emer Cooke übernimmt den Spitzenjob bei der Arzneimittel-Behörde mitten in der Corona-Pandemie. Foto: picture alliance/Keystone

Wann kann ein Covid-19-Impfstoff für die EU zugelassen werden? Eine Antwort wird von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erwartet – und von der ersten Frau an ihrer Spitze. Emer Cooke übernimmt am Montag den Posten als EMA-Chefin in Krisenzeiten.

Es gibt gewiss leichtere Aufgaben, doch für Emer Cooke sind große wissenschaftliche und administrative Herausforderungen nichts Neues. Nun übernimmt die Irin als erste Frau die Führung der Europäischen Arzneimittel-Agentur – mitten in der Corona-Pandemie. Wohl ganz Europa hofft, dass die seit 2019 in Amsterdam ansässige Agentur bald grünes Licht für die Zulassung eines wirksamen und sicheren Covid-19-Impfstoffs geben kann.

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Dass die am Dubliner Trinity College ausgebildete Pharmazeutin und Betriebswirtin ihrer Aufgabe als EMA-Exekutivdirektorin gewachsen ist, wird ihr von internationalen Fachkollegen bescheinigt. Unter ihnen ihr Vorgänger an der EMA-Spitze, Guido Rasi: „Ich kenne Emer als starke Führungspersönlichkeit, die fest entschlossen ist, die Agentur durch diese schwierige Periode zu bringen und sicherzustellen, dass alle mit Covid-19 verbundenen Aktivitäten zügig fortgesetzt werden“, sagte der Italiener bei seiner offiziellen Verabschiedung nach acht Amtsjahren am vergangenen Freitag.

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Cooke verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung bei der internationalen Arzneimittel-Regulierung, davon 18 Jahre in Führungspositionen. Nach ihrem Master-Studium arbeitete sie zunächst in der irischen Pharmaindustrie. Bis 2002 leitete sie vier Jahre lang die pharmazeutische Abteilung der EU-Kommission. Danach war sie bis 2016 bei der EMA – zu der Zeit noch in London – unter anderem als Inspektionsleiterin und Leiterin für internationale Angelegenheiten tätig.

In Amsterdam hat die Europäische Arzneimittel-Agentur ihren Sitz.  Foto: Lex van Lieshout/dpa

Vor vier Jahren wurde Cooke Direktorin der Abteilung für Regulierung und Präqualifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Zu ihren Aufgaben bei der WHO gehörte es, in enger Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten und internationalen Partnern die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit von Gesundheitstechnologien zu gewährleisten.

In dieser Zeit habe sie eine weithin geschätzte Arbeit geleistet, sagte Ellen ’t Hoen, Direktorin für Arzneimittelrecht und -politik an der Universität Groningen der Zeitung „Politico“. Sie verfüge nicht nur über die erforderlichen fachlichen Fähigkeiten, sondern habe auch ein „Herz“ für die Volksgesundheit. „Ihr liegt wirklich sehr viel daran, dass die Menschen Zugang zu wirksamen und sicheren Medikamenten und anderen Gesundheitsprodukten erhalten.“