Fertig zum Zusammenbau: Teile eines Pfeilers für eine neue Windkraftanlage am Niederrhein. imago/Jochen Tack

Im ersten Halbjahr 2021 wurden wieder mehr Windräder in Deutschland errichtet. Das Niveau reicht aber aus Sicht der Branche nicht aus, um Klimaziele erreichen zu können. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 240 neue Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen 971 Megawatt installiert. Das waren 62 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, zeigen Zahlen des Bundesverbands Windenergie sowie VDMA Power Systems.

Der echte Zuwachs betrug aber nur 831 Megawatt, weil 135 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 140 Megawatt stillgelegt wurden. Für das gesamte Jahr 2021 rechnen die Verbände mit einem Zubau von 2,2 bis 2,4 Gigawatt an Leistung. In den Spitzenjahren 2014 bis 2017 lag dieser zwischen 3,5 und knapp 4,9 Gigawatt pro Jahr, brach 2019 ein.

„Wir sind natürlich damit zufrieden, dass wir nach der tiefsten Krise
wieder einen Anstieg erleben“, sagte der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, der ARD. Das Ausbautempo aber müsse beschleunigt werden. Es sei unstrittig, dass mehr Strom aus Windkraft gebraucht werde, damit verschärfte Klimaziele erreicht werden können. Als Hemmnisse für den Ausbau gelten lange Planungs- und Genehmigungsverfahren, zu wenig ausgewiesene Flächen und viele Klagen von Anliegern.