Die erste Seite der App gibt gleich noch die wichtigsten Tipps gegen Ansteckung: In die Armbeuge husten, Hände waschen, Abstand halten. Foto: dpa

Die Idee der Berliner Forscher, um „Datenspenden“ zu bitten, beruht auf einer medizinischen Beobachtung. Leidet  jemand an einer Atemwegserkrankung, ändern sich auch die „Vitalzeichen“, die von den Geräten registriert und ans Handy geschickt werden – zum Beispiel Fieber, typisch für Corona. Die „Datenspende“-App sendet die Werte dann ans RKI. Das Institut versichert, dass man nur seine Postleitzahl, Alter, Geschlecht, Größe und Gewicht angeben muss. Der Datenspender bleibt anonym.

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Dass die App zu spät für die Erforschung der Corona-Ausbreitung kommt, kann man nicht sagen: Die Zahl der neuen Infektionen ist mit 3800 gegenüber dem Vortag wieder schneller gestiegen als zuletzt. Am Dienstag vermeldete das RKI 1607 Todesfälle und bislang 100 000 registrierte Infektionen, die bei einem Drittel der Patienten aber wieder überwunden seien. Die vom RKI erhoffte Senkung der Ansteckungsquote auf 1 – ein Infizierter steckt einen anderen Menschen an – blieb aus. Es sind statistisch 1,2 bis 1,5.

So begann der Dienstag für die Corona-Statistiker in Deutschland. Grafik: AFP

Das Institut selbst bleibt nicht ohne Kritik, zum Beispiel durch die SPD-Gesundheitspolitikerin und stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion, Bärbel Bas: „Die machen da eine wirklich gute Arbeit. Aber für Menschen, die nur auf das RKI gucken, war die Kommunikation oft verwirrend. Zum Beispiel beim Thema Mundschutz. Erst hieß es Nein, dann Ja. Natürlich kann man mit der Zeit auch auf andere Erkenntnisse kommen. Aber für den normalen Bürger ist das verwirrend.“

Bas sagte dem Berliner KURIER, dass man Lehren aus Knappheit von Schutzkleidung und -masken auch für andere Bereiche ziehen müsse: „Wir müssen einen Teil der Arzneimittelproduktion zwingend wieder nach Europa oder nach Deutschland holen.“   Schon vor Corona hatte es da Engpässe gegeben, weil der Ausfall einer Fabrik in China oder Indien nicht mehr ausgeglichen werden kann.

Die App „Corona-Datenspende“ ist im Apple App Store und bei Google Play herunterzuladen.