Die WHO in Genf: Sie ist die wichtigste Organisation im Bereich der globalen öffentlichen Gesundheit. Imago Images/Vincent Isore

US-Präsident Donald Trump hatte damit gedroht, jetzt macht er ernst: Die Vereinigten Staaten haben mitten in der Corona-Pandemie ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt. Trump wirft der UN-Sonderorganisation ein Totalversagen in der Virus-Krise vor. Sie habe zu spät über die drohenden Gefahren durch Covid-19 informiert und stehe unter der Kontrolle der chinesischen Regierung.    

Die USA waren bislang wichtigster Geldgeber der WHO. In diesem Jahr sollten ihre Beiträge knapp 116 Millionen Dollar betragen. Und genau an dieser Stelle sah Trump ein weiteres Problem. Er beklagte, dass sein Land mehr Geld an die Organisation überweist als China. Damit wollte er Schluss machen. Der WHO-Austritt dürfte nun die Folge haben, dass wichtige Finanzmittel für globale Gesundheitsprojekte fehlen - zum Schaden der Entwicklungsländer. 

Die Entscheidung der USA stößt weltweit auf Kritik. Nancy Pelosi, die demokratische Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, spricht von einem „Akt echter Sinnlosigkeit“. Trump lähme den internationalen Kampf gegen Corona. Trumps Herausforderer bei der Präsidentenwahl 2020, Joe Biden, kündigt an: „An meinem ersten Tag als Präsident werde ich der WHO wieder beitreten.“ Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kritisiert die US-Entscheidung: „Wir brauchen mehr Zusammenarbeit im Kampf gegen Pandemien, nicht weniger.“

Die WHO in Genf hat noch nicht abschließend auf das Austrittsgesuch der USA reagiert. Es finde eine Prüfung unter der Leitung von UN-Generalsekretär António Guterres statt. Man werde sehen, ob die Konditionen für einen Austritt vorliegen. (mit dpa)