Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist sauer auf die Bundesregierung. imago/Ukrinform

Die Verteidigungsministerin spricht von einem deutlichen Signal, Ex-Boxchampion Vitali Klitschko von einem absoluten Witz! Während Russland mehr als 100.000 Soldaten rund um die ukrainischen Grenzen stationiert, will Deutschland Kiew 5000 Militärhelme schicken statt Waffen.

Die sei ein „ganz deutliches Signal: Wir stehen an eurer Seite“, sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) zur geplanten Lieferung.

Sie begrüßte zudem, dass die Gespräche im Ukraine-Konflikt wieder in Gang kommen. „Wir arbeiten daran, dass wir diesen Konflikt mitten in Europa friedlich beilegen“, sagte sie. Kritik kam von der Ukraine, deren Führung wiederholt Waffenlieferungen gefordert hatte.

Der ukrainische Botschafter in Berlin begrüßte zwar die Lieferung der Helme, kritisierte sie aber gleichzeitig als „reine Symbolgeste“. „Das ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, es ist sogar kein Trostpflaster“, sagte Botschafter Andrij Melnyk der Deutschen Presse-Agentur. „Die Ukraine erwartet eine 180-Grad-Kehrtwende der Bundesregierung, einen wahren Paradigmenwechsel.“

Ukraine fordert Kriegsschiffe und Luftabwehrsysteme

Die Ukraine hat Waffenlieferungen im großen Stil für die Verteidigung gegen einen möglichen russischen Angriff gefordert. Melnyk hatte von Kriegsschiffen und Luftabwehrsystemen gesprochen. Zudem hatte er 100.000 Schutzhelme und -westen für Freiwillige verlangt.

Klitschko: „Was will Deutschland als Nächstes schicken? Kopfkissen?“

Mit scharfer Kritik reagiert auch der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, in der Bild-Zeitung. 5000 Helme seien „ein absoluter Witz“, so Klitschko. „Was will Deutschland als Nächstes zur Unterstützung schicken? Kopfkissen?“, kritisierte Klitschko die Bundesregierung. Ihn mache das Verhalten der deutschen Regierung „nur noch sprachlos“.