Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) imago/Zeitz

Beim Klimaschutz überbieten sich derzeit die Parteien mit ehrgeizigen CO2-Einsparungszielen – doch wenn es um Dienstfahrten geht, gibt es bei den Regierungsmitgliedern selbst noch sehr viel Luft nach oben.

Denn wie aus einer Antwort des Umweltministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervorgeht, sind etliche Minister und Ministerinnen in CO2-Schleudern unterwegs. Und das sind die Kabinettsmitglieder mit dem größten Co2-Ausstoß:

Klöckners Audi stößt mehr aus als die EU erlaubt

Platz 1: Spitzenreiterin ist Agrarministerin Julia Klöckner (CDU). Gerade die Ministerin, die für den Schutz von Pflanzen und Tieren einsteht, hat den klimaschädlichsten Dienstwagen auf Bundesministerebene. Ihr Audi spuckt 191 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer aus – und liegt damit deutlich über dem aktuell festgelegten EU-Durchschnittswert für Neuwagen. Ihr zweiter Dienstwagen, ein BMW xDrive iPerformance, kommt auf 59 Gramm CO2 pro Kilometer.

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Platz 2: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU), der mit seinem BMW 730Ld 150 Gramm pro Kilometer ausstößt. Braun wird daneben auch in einem BMW 745 LE (65 Gramm) gefahren.

Nur eine Ministerin hat ein Elektro-Auto

Platz 3: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) können auf einen Audi A8 zurückgreifen, der jeweils 66 Gramm emittiert.

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Platz 4: Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) wird ebenfalls in einem Audi A8 gefahren, der 66 Gramm ausstößt. Er kann aber außerdem auf einen etwas klimafreundlicheren 745er-BMW (61 Gramm) zurückgreifen. 

Platz 5: Bei Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist es ein BMW 745 mit den Angaben zufolge 60 Gramm.

Platz 6: Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) nutzt ebenfalls einen BMW, der 52 Gramm ausstößt. Als einzigem Mitglied der Bundesregierung steht ihr aber zudem auch noch ein reines Elektroauto zur Verfügung, das null CO2 ausstoßen soll.

In der EU gelten seit 2020 verschärfte Vorgaben für den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen. Branchenweit soll der durchschnittliche Flottenwert für Neuwagen – von Übergangsregelungen abgesehen – 95 Gramm pro gefahrenem Kilometer nicht überschreiten. Das heißt aber nicht, dass jedes einzelne neue Auto diesen Wert einhalten muss.

In seiner Antwort betont das Umweltministerium, dass die Bundesregierung sich mit Blick auf die Klimaziele „ihrer Vorbildwirkung bewusst“ sei. Zugleich wird darauf verwiesen, dass die Kabinettsmitglieder noch auf 14 weitere gepanzerte und damit besonders schwere Limousinen mit einem CO2-Ausstoß zwischen 260 und 421 Gramm pro Kilometer zurückgreifen könnten.