Kann sich ab Ende Mai jeder impfen lassen? Foto: Imago/Beautiful Sports

Auf diese Nachricht wartet ganz Deutschland: Das Impfen könnte für alle freigegeben werden – und das womöglich schon ab Ende Mai. Dann soll die Impfpriorisierung aufgehoben werden. ALLE erwachsenen Bürger könnten sich impfen lassen. Dass es diese Pläne gibt, erfuhr die Bild aus internen Gesprächen zwischen Bundesregierung und Ländern. Demnach machen große Liefermengen, die dann erwartet werden, das möglich.

Auf Anfrage bestätigte Kanzleramtsminister Helge Braun (48, CDU), dass die Impfpriorisierung vermutlich ab „Ende Mai oder Anfang Juni“ aufgegeben werden könne. Dies wird auch Thema des nächsten Impfgipfels von Bund und Ländern am kommenden Montag sein.

MeckPomm: Astrazeneca schon jetzt freigegeben

In Bezug auf Astrazenca gilt das in drei Bundesländern schon jetzt. So hat Mecklenburg-Vorpommern seine Impftaktik geändert: Für diesen Impfstoff gelte ab sofort keine Altersgrenze mehr und die Impfpriorisierung sei ausgesetzt, hieß es.  Ziel sei, dass kein Impfstoff ungenutzt liegenbleibe, sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) nach einem Bericht des Norddeutschen Rundfunks (NDR). „Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers ist für alle Altersklassen unabhängig von der Priorität ab sofort freigegeben.“

Hintergrund sind nach Aussage des Politikers weiter bestehende Ängste: „Die Freigabe ist ein Angebot, dass diejenigen, die keine oder wenige Vorbehalte gegen den Impfstoff haben, die Möglichkeit nutzen können, sich gegen das Coronavirus auch impfen zu lassen“, wird der Minister in dem Beitrag zitiert.

Auch in Sachsen können sich ab sofort alle Bürger zumindest in Arztpraxen mit dem Impfstoff von Astrazeneca impfen lassen. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) hatte nach der Kabinettssitzung mitgeteilt, dass damit die Impfpriorisierung für diesen Impfstoff komplett aufgehoben sei.

Auch Bayern und Sachsen machen mit

Es gibt allerdings Bedingungen: Die Impfung darf in den am Impfprogramm beteiligten Praxen nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen. Sowohl der Arzt als auch der impfwillige Bürger müssen zustimmen. Bisher wurde der Impfstoff nur Menschen im Alter ab 60 Jahren verabreicht.

Und auch Bayern hat den Impfstoff von Astrazeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen freigegeben. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte: „Die Priorisierung bei Astrazeneca ist ab sofort aufgehoben, der Impfstoff kann in den Arztpraxen auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden.“ Der Minister weiter: „Die Ärzte kennen ihre Patienten gut und wissen, wem sie aus dem Kreis der unter 60-Jährigen unter Berücksichtigung der Vorgaben der Ständigen Impfkommission ein Impfangebot mit diesem Wirkstoff machen können – und beraten hierzu ausführlich.“ Dieses besondere Vertrauensverhältnis solle genutzt werden, „denn jede Dosis Impfstoff muss möglichst rasch verimpft werden“, betonte Holetschek.