3 Liter auf 100 Kilometer: In einer Isetta schmerzen heutige Benzinpreise nicht ... dpa/BMW AG

Ach herrje, der ADAC: Er führt Klage, dass die Mineralölkonzerne die Treibstoffpreise künstlich hochtreiben. Was für eine Überraschung!

Seit Anbeginn der Zeiten ist bekannt, dass der Benzinpreis zum Beispiel genau weiß, wann die Großen Ferien beginnen. Ungeklärt ist nur, wie er das wissen kann ...

Spritpreis-Absprachen? Das Kartellamt versagt

Ungeklärt ist auch, warum im Zusammenhang mit den Preisen für Benzin und Diesel immer wieder einmal das Wort „Kartellamt“ in die empörte Debatte einmontiert wird.

Denn nur sehr Alten, die einstmals ihr Automobil noch mit der Kurbel angeworfen haben, ist vielleicht erinnerlich, ob dieses Amt jemals für kleinere Tankstellenrechnungen gesorgt hat.

Eine Untersuchung vor einem Jahrzehnt jedenfalls konnte keine illegale Preisabsprache der Konzerne nachweisen. Ist auch schwer, weil ein Blick auf die Preistafel der Konkurrenz reicht, um nachzuziehen.

30 Cent-Subvention für Sprit hilft den Öl-Multis und dem Staat

Vom Staat ist keine Hilfe zu erwarten, die 30-Cent-Subvention ist angesichts der Marktmacht der Öl-Multis eine Unterstützung für eben diese – und den Staat.

Warum? Wenn alle, die zuletzt den Wagen stehengelassen oder das Gaspedal nur  sanft gestreichelt haben, dann (sagen wir mal) 1,999 pro Liter Super für ein Schnäppchen halten und bis Oberkante Unterlippe volltanken, plätschert es in die Steuerkasse.

Bundesregierung spielt Linke-Tasche-rechte-Tasche

Am Ende dürften die Bundesregierung und speziell die FDP das berühmte Linke-Tasche-rechte-Tasche-Spiel gespielt haben, um den Autofahrern soziales Einfühlungsvermögen vorzugaukeln.

Speziell das Fuhrgewerbe wird sich bedanken, weil ihm die Dieselkosten (und damit der Wirtschaft und uns Kunden) wahrhaft schaden. Allen anderen scheint der Spritpreis nach wie vor gleichgültig zu sein, oder hat irgend jemand bemerkt, dass er den innerstädtischen Autoverkehr verringert hat?