Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 191,5 gestiegen.  imago/Rüdiger Wölk

Die Zahlen steigen und steigen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist auf über 190 angestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, erhöhte sich der Wert auf 191,5. Am Vortag hatte er bei 183,7 gelegen, vor einer Woche bei 149,4. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an.

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Den jüngsten Angaben des RKI zufolge wurden binnen 24 Stunden 23.543 Coronavirus-Neuinfektionen sowie 37 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.767.033, die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 96.525.

Werden die Corona-Schnelltests bald wieder kostenlos?  dpa/Angelika Warmuth/

Kostenlose Tests wieder einführen

Unterdessen werden die Forderungen nach einer Wiedereinführung der vor rund einem Monat abgeschafften kostenlosen Tests immer lauter. Nach Grünen-Chef Robert Habeck, dem Deutschen Städtetag und dem Handelsverband meldet sich jetzt auch die Bundesärztekammer zu Wort und forderte eine schnelle Wiedereinführung. 

„Das Auslaufen der Kostenübernahme für Corona-Bürgertests hat augenscheinlich nicht dazu geführt, Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren“, sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bund und Länder sollten den Mut aufbringen, diese Fehlentscheidung schnell und konsequent zu korrigieren.

Gerade in der kalten Jahreszeit mit vielen Freizeitaktivitäten in Innenräumen brauche man wieder niedrigschwellige, kostenlose Testangebote, um die Weiterverbreitung des Virus zu bremsen. „Die Neuregelung muss jetzt schnell kommen, möglichst noch mit der Änderung des Infektionsschutzgesetzes Mitte November“, forderte Reinhardt.

Verschärfte Regeln in Bayern

In Bayern gelten von diesem Sonntag an verschärfte Corona-Regeln. Grund dafür ist die hohe Zahl belegter Intensivbetten. Zutritt zu Gasthäusern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen haben jetzt nur noch Geimpfte, Genesene und Menschen mit negativem PCR-Test. Ein Antigen-Schnelltest reicht nicht mehr. Außerdem muss generell wieder eine FFP2-Maske getragen werden. In Regionen, in denen die Zahl der Neuinfektionen und der Intensivpatienten besonders hoch ist, gelten noch strengere Regeln.

Bettina Jarasch von den Berliner Grünen. dpa/Bernd von Jutrczenka

In Berlin soll in der kommenden Woche über eine Verschärfung der Regeln beraten werden. 

Grünen-Fraktionsvorsitzende Bettina Jarasch hält einen weiteren Lockdown in der Hauptstadt für vermeidbar, fordert aber eine langfristige Strategie für die Corona-Pandemie. „Wir sind durch die gestiegene Impfquote in einer anderen Situation als vor einem Jahr, aber wir sind andererseits erst am Beginn des Winters“, sagte Jarasch. 

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Jarasch: 2G zur Regel machen

Deswegen brauche die Stadt jetzt ein Paket an Maßnahmen, das bis zum Frühling trägt und das nicht ständig geändert werden muss. Dazu  sollten nach Ansicht der Grünen-Politikerin Zugangsbeschränkungen etwa zu Restaurants oder Veranstaltungen abhängig davon gehören, ob jemand bereits geimpft oder genesen ist (2G): „Ich gehe davon aus, dass wir 2G zur Regel machen müssen und 3G zur Ausnahme.“ Ausdrücklich auszunehmen davon sei alles, was die Grundversorgung betreffe, also etwa öffentlicher Nahverkehr oder Einkaufen im Supermarkt. „Das muss ohne Impfen und Tests möglich bleiben.“

Jarasch plädierte dafür, gleichzeitig das Testen wieder auszuweiten. „Und vor diesem Hintergrund sage ich auch in Richtung Bund: Wir brauchen wieder kostenlose Tests. Dass wir wieder flächendeckend kostenlose Tests haben, wäre auch die Voraussetzung für 2G+, also zusätzliche Tests auch für Geimpfte und Genesene.“ Wichtig sei auch, in den Schulen dauerhaft drei Corona-Tests pro Woche beizubehalten, wie das unmittelbar nach den Ferien üblich war.

Kritisch sieht Jarasch eine Impfpflicht etwa für Pflegeberufe. Sie sei ein erheblicher Grundrechtseingriff und etwas, das nur auf Bundesebene entschieden werden könnte.