Der Brandenburger Jugendrichter Andreas Müller fordert nun eine schnelle Ausgestaltung der Legalisierung von Cannabis. dpa/Bernd Settnik/Christian Charisius

Es war so etwas wie der erste gemeinsame Nenner, der aus den Sondierungsgesprächen zwischen SPD, Grünen und FDP auf Bundesebene an die Öffentlichkeit drang, jetzt hat es die Legalisierung von Cannabis auch in den Koalitionsvertrag geschafft. Für den Brandenburger Jugendrichter Andreas Müller (60) eine gute Nachricht. Jetzt fordert er eine schnelle und vernünftige Umsetzung.

Andreas Müller ist Cannabis-Legalisierungs-Befürworter

Jugendrichter Andreas Müller ist am Amtsgericht Bernau bei Berlin tätig. Er gilt als eine der stärksten Stimmen für die Legalisierung und  von Cannabis. Er schrieb mit dem Titel „Kiffen und Kriminalität“ sogar ein Buch darüber. Cannabis, so eine seiner Kernthesen, sei keine Einstiegsdroge. Nun fordert er konkrete Pläne von der zukünftigen Ampel-Bundesregierung zur Legalisierung.

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Die Ampel-Koalition will das Kiffen legalisieren. Jetzt braucht es konkrete Maßnahmen. Imago/Westend 61

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Das bedeute für ihn unter anderem die Einrichtung von Cannabisfachgeschäften und eine Zulassung des Eigenanbaus von mindestens drei Hanfpflanzen, sagte Müller der dpa. Die künftige Bundesregierung müsse zudem schnellstmöglich gesetzlich festlegen, dass die Konsumentenverfolgung endlich gestoppt werde, so der Jugendrichter. „In den Gerichten werden nach wie vor Menschen wegen Besitzes geringer Mengen von Cannabis verurteilt.“

Müller fordert: Cannabis-Konsumenten sollen nicht mehr verfolgt werden

Diesbezüglich sei sein Kampf noch nicht gewonnen. „Große Freude hab ich erst, wenn es wirklich passiert, und die Menschen deshalb nicht mehr verfolgt werden.“ Vorstrafen müssten seiner Ansicht nach gestrichen und Verfahren eingestellt werden. Nach Angaben Müllers sind etwa sechs Prozent aller Fälle Drogendelikte. Zudem würden Menschen, die Cannabis gegen ihre Schmerzen nehmen müssten, nicht mehr kriminalisiert.

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SPD, Grüne und FPD wollen eine „kontrollierte Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken in lizenzierten Geschäften“ einführen. Dadurch werde „die Qualität kontrolliert, die Weitergabe verunreinigter Substanzen verhindert und der Jugendschutz gewährleistet“, heißt es in dem Koalitionsvertrag. Das geplante Gesetz solle nach vier Jahren auf „gesellschaftliche Auswirkungen“ überprüft werden. Der Deutsche Hanfverband und der Branchenverband Cannabiswirtschaft begrüßten die Pläne.