Ursula von der Leyen hat gut lachen – während die Deutschen sparen müssen, bekommt sie eine kräftige Gehaltserhöhung.
Ursula von der Leyen hat gut lachen – während die Deutschen sparen müssen, bekommt sie eine kräftige Gehaltserhöhung. imago/Luka Stanzl/PIXSELL

Während viele Bundesbürger wegen der hohen Lebenshaltungskosten jeden Euro zweimal umdrehen müssen, gibts für EU-Beamte kurz nach Weihnachten ohne viel Zutun die zweite Bescherung: Sie dürfen sich ab sofort über ein dickes Gehaltsplus freuen. Und das schon zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten – und ganz automatisch! Für die 50.000 EU-Bediensteten in Brüssel bedeutet das insgesamt eine Gehaltssteigerung von satten sieben Prozent, berichtet die Bild-Zeitung.

Automatische Gehaltserhöhung als Inflationsausgleich

Während EU-Spitzenpolitiker ihre Bürger zur Sparsamkeit aufriefen, waren die Bezüge bereits zur Jahresmitte des vergangenen Jahres schon einmal um 2,4 Prozent gestiegen – sogar rückwirkend bis zum Januar 2022. Der Grund ist die automatische Anpassung durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten. Auch die neue Anhebung gilt rückwirkend bis zum Juli 2022, die bereits erhaltenen 2,4 Prozent werden mit den geplanten sieben Prozent dann verrechnet, so Bild weiter.

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In Zahlen ergibt das üppige Gehaltserhöhungen auf Kosten der Steuerzahler mitten in Kriegszeiten und dem schweren Korruptionsskandal um die geschasste Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Eva Kaili.

2044 Euro mehr Grundgehalt für Ursula von der Leyen

Als höchste EU-Beamtin erhält zum Beispiel EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut Bild-Zeitung im Vergleich zu 2021 jetzt 2044 Euro mehr Grundgehalt. Ihr Verdienst steigt damit um sieben Prozent auf 31.250 Euro monatlich, damit verdient von der Leyen jetzt knapp 1000 Euro täglich. Zählt man gewisse Zulagen wie zum Beispiel die Auslandszulage dazu, kommt die Kommissionspräsidentin ab sofort auf 36.000 Euro im Monat.

Auch für die sonstigen EU-Bediensteten lohnt sich das automatische Gehaltsplus kräftig: Einfache EU-Kommissare bekommen 1667 Euro mehr und verdienen jetzt bis zu 25.475 Euro. Die Gehälter der 705 EU-Abgeordneten steigen um 700 Euro auf 10.495 Euro und überschreiten damit erstmals die Marke von 10.000 Euro.

Gehaltsplus ist „schamlose Selbstbedienung“

EU-Beamte auf der niedrigsten Gehaltsstufe verdienen nun 3272 Euro, ein Plus von 214 Euro. Das höchste Grundgehalt für Beamte steigt um 1483 Euro auf 22.646 Euro monatlich. Auch hier kommen steuerfreie Zulagen wie die Auslandszulage hinzu. Diese schlägt mit bis zu 3400 Euro zu Buche.

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Michael Jäger, Generalsekretär des Europäischen Steuerzahlerbundes, kritisierte die automatischen Gehaltserhöhungen in der Bild-Zeitung als „schamlose Selbstbedienung der öffentlichen Hand“: „Gerade in dieser Zeit, in der die politische Führung von den Bürgern Einsparungen und Verständnis verlangt, müsste die Europäische Union dringend mit gutem Beispiel vorangehen. Das zeigt, wie weit sich Europa von den Menschen entfernt hat. Es ist das absolute falsche Signal.“