Um gut über den Winter zu kommen fordert die Bundesnetzagentur weitere Einsparungen im Gasverbrauch von privaten Haushalten.
Um gut über den Winter zu kommen fordert die Bundesnetzagentur weitere Einsparungen im Gasverbrauch von privaten Haushalten. Jens Büttner/dpa

Und, heizt ihr schon? Die Frage unter Bekannten wird immer häufiger gestellt. Und die Antwort? Mal so mal so. Die einen verkneifen sich das Aufdrehen der Gasheizung noch und sitzen im dicken Pulli in der Küche, die anderen wollen einfach nicht frieren und heizen, sobald es draußen kälter wird die Bude gut ein. Seit es in der letzten Woche kühler wurde, steigt auch der Gasverbrauch. 

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„Der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe in der letzten Woche lag deutlich über dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre. Die Zahlen dieser Woche sind damit sehr ernüchternd, heißt es in einer Mitteilung der Bundesnetzagentur. 

Erhebliche Einsparungen auch im privaten sind nötig 

Ohne erhebliche Einsparungen auch im privaten Bereich werde es schwer, eine Gasmangellage im Winter zu vermeiden. „Zwar war die letzte Woche kälter als die Vorjahreswochen und die Verbräuche sind immer Momentaufnahmen und können sich schnell ändern, Einsparungen müssen auch bei weiter sinkenden Temperaturen stattfinden und das ist kein Selbstläufer“, sagt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur.

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„Wir können angesichts der gut gefüllten Speicher unter drei Voraussetzungen gut über den Winter kommen: Erstens müssen die angestoßenen Projekte zur Erhöhung der Gasimporte realisiert werden. Zweitens muss die Gasversorgung in unseren Nachbarländern ebenfalls stabil bleiben. Und drittens muss Gas eingespart werden, auch wenn es zum Winter hin noch kälter wird. Da wird es auf jeden Einzelnen ankommen.“

Gasverbrauch in Deutschland

Während sich der Gasverbrauch von Haushalten und Gewerbe bis Mitte September zum Teil deutlich unter den durchschnittlichen Verbräuchen der Vorjahre bewegte, lag er in der vergangenen Woche mit 483 GWh/Woche deutlich über dem durchschnittlichen Wert der Jahre 2018 bis 2021 (422 GWh/Woche; +14,5 Prozent).

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Die Bundesnetzagentur geht im Moment davon aus, dass zur Vermeidung einer Gasmangellage ein Rückgang des Verbrauchs um mindestens 20 Prozent erforderlich ist.

Private Haushalte brauchen Gas zum Heizen 

Die privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden sind in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich. Die privaten Verbraucher trugen bisher wenig zum sinkenden Gasverbrauch bei. Das liegt jedoch daran, dass Gas hier vorwiegend zum Heizen verwendet wird. Wie viel Gas tatsächlich eingespart wird, wird sich daher erst in der gerade beginnenden Heizperiode zeigen.

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Die großen Industriekunden benötigen rund 60 Prozent des Gases. Der Verbrauch dieser großen Verbraucher sank im August um 22 Prozent und lag auch in der letzten Woche deutlich unter dem durchschnittlichen Verbrauch der Vorjahre (1170 GWh/Woche gegenüber durchschnittlich 1679 GWh/Woche in den Jahren 2018 bis 2021).

Aktuelle Daten zur Gasversorgung

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht ab sofort von Montag bis Freitag einen Lagebericht zur Gasversorgung. Er enthält auch aktuelle Daten zu Gasimporten und -exporten, Speicherfüllständen, Gasverbrauch und aktuellen Preisentwicklungen.