Sieben dieser Panzerhaubitzen 2000 wurden Kiew vor einem Monat geliefert.
Sieben dieser Panzerhaubitzen 2000 wurden Kiew vor einem Monat geliefert. dpa/Philipp Schulze

Vor gerade mal einem Monat sind die Panzerhaubitzen aus Deutschland in der Ukraine angekommen. Doch schon jetzt weisen die Artilleriegeschütze deutliche Verschleißerscheinungen auf. Mitte der Woche habe die Regierung in Kiew das Verteidigungsministerium in Berlin informiert, dass einige der sieben Ende Juni gelieferten Panzerhaubitzen 2000 nach intensivem Beschuss russischer Stellungen Fehlermeldungen anzeigten, meldet der Spiegel. Mehrere Haubitzen seien deswegen reparaturbedürftig.

Hohe Feuergeschwindigkeit schuld?

Die Bundeswehr gehe davon aus, dass die Probleme mit der hohen Feuergeschwindigkeit zusammenhängen, mit der die ukrainischen Streitkräfte die Geschütze einsetzen. Der Lademechanismus der Haubitze werde dadurch enorm belastet. In Deutschland würden schon 100 Schuss pro Tag als hochintensiver Einsatz gelten, die Ukrainer hätten aber offenbar weitaus mehr Granaten abgeschossen.

Zudem hätten die Soldaten an der Front anfangs versucht, Spezialmunition auf zu große Entfernung zu verschießen, berichtete das Nachrichtenmagazin weiter. Die Bundeswehr sagte demnach zu, schnell weitere Ersatzteilpakete zur Behebung der Probleme in die Ukraine zu schicken. Parallel verhandele die Bundesregierung mit der Rüstungsindustrie über den Aufbau eines Instandsetzungszentrums in Polen. Dort könnten notwendige Reparaturen an geliefertem Material schneller ausgeführt werden.

Verkauf weiterer 100 Panzerhaubitzen

Seit Mitte Mai sind mehr als 60 ukrainische Soldatinnen und Soldaten an den modernen Artillerie­systemen ausgebildet worden. Und offenbar hat die Bundesregierung den Verkauf von weiteren 100 Panzerhaubitzen an die Ukraine genehmigt. Laut Spiegel soll der deutsche Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann (KMW) eine Herstellungsgenehmigung erhalten haben.

Eine Panzerhaubitze ist ein schweres Artilleriesystem mit einer Kanone auf einem Kettenfahrzeug, ähnlich einem Panzer. Mit Standardmunition erreicht die Panzerhaubitze Schussentfernungen von 30 Kilometern. Mit sogenannter reichweitengesteigerter Munition sind laut Bundeswehr sogar 40 Kilometer möglich.

Neue Probleme sind laut Spiegel aber auch beim Munitionsnachschub für den Flugabwehrpanzer Gepard aufgetaucht, von dem die ersten fünf Systeme kürzlich in die Ukraine ausgeliefert wurden. Beim Testschießen in Deutschland habe sich herausgestellt, dass das Abschusssystem des Gepard die Munition eines norwegischen Herstellers nicht erkennt. Nun müsse an den Geschossen nachgebessert werden. Im August solle die angepasste Munition erneut getestet werden.