Eine Intensivstation für Covid-19-Patienten des Klinikums Stuttgart. Foto: dpa/Marijan Murat

Die deutschen Krankenhäuser schlagen wegen ihrer in der Corona-Krise besonders angespannten Finanzlage Alarm. Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnte am Dienstag in den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND), dass die Kliniken flächendeckend bereits im ersten Quartal 2021 die Gehälter ihrer Beschäftigten nicht mehr zahlen könnten, sollten sie nicht mehr Hilfen erhalten.

Die Kliniken seien in einer „dramatischen Situation“, sie verfügten nur noch begrenzt über finanzielle Mittel, sagte Gaß. Die Bundesregierung müsse ihre Hilfen deutlich erhöhen. Die Krankenhäuser bräuchten eine „Liquiditätssicherung“.

Nach den Plänen des Bundesgesundheitsministeriums sollen Klinken in besonders stark von der Pandemie betroffenen Gebieten Ausgleichszahlungen erhalten, wenn sie auf aufschiebbare Eingriffe verzichten und damit Betten freihalten.

Nur für ein Viertel der Kliniken unterm Rettungsschirm 

Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft reicht dieses Konzept aber bei Weitem nicht. Der neue Rettungsschirm sei „nur eine minimale Verbesserung“, monierte Gaß. Lediglich 25 Prozent der Kliniken würden davon erfasst. Im Frühjahr habe es hingegen einen Rettungsschirm gegeben, der für sämtliche Krankenhäuser gegolten habe – „dabei gab es damals nur etwa halb so viele Covid-19-Patienten“.

Alle aktuellen News aus Politik & Wirtschaft finden Sie hier.

Nach Angaben des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI) rechnen zwei Drittel aller Betreiber von Kliniken mit Verlusten im ablaufenden Jahr, wie der Tagesspiegel berichtet. Demnach beurteilen nur noch 18 Prozent der knapp 2000 Kliniken mit ihren insgesamt 1,3 Millionen Mitarbeitern ihre aktuelle wirtschaftliche Lage als gut.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versprach den Beschäftigten in den Kliniken dennoch eine Gehälter-Garantie. „Bund und Länder stehen gemeinsam in der Verantwortung. Wir wollen und werden die Liquidität der Krankenhäuser in der Krise sichern. Darauf können sich die Beschäftigten verlassen“, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Bund und Länder würden Anfang Januar über weitere notwendige Maßnahmen beraten, kündigte Spahns Ministerium an.